
Hinsichtlich meiner allerbesten Gefährtin, meiner an Epilepsie leidenden und daher u.a. wohl auch etwas übergewichtigen Hündin Nicky, sowie auch um enorm finanzieller Engpässe und Probleme wegen habe ich mich abermals dazu aufraffen müssen, an die Chefin und Vorsitzende des Tierschutzvereins Annaberg-Buchholz und Umgebung e.V. einen leider etwas umfangreichen und ausführlichen Brief zu schreiben, dessen Zeilen ich Euch sogleich wiedergeben möchte :
Hallo Brigitte,
bitte entschuldige vielmals, dass ich mich erneut dazu veranlasst sehe, Dich belästigen und Deine Zeit beanspruchen zu müssen. Auch möchte ich sogleich hier am Anfang festhalten, dass meine nachfolgenden Zeilen weniger meine Person betreffen, die Dir und Deinen Mitstreitern sicherlich nicht sonderlich sympathisch ist und Euch daher eventuell etwas schwer im Magen liegt.
Auch wenn wir uns aufgrund diverser Vorfälle, Ereignisse, gegenseitiger Enttäuschungen und Meinungsverschiedenheiten bedauerlicher und traurigerweise nicht mehr besonders "Grün" sind, so hindert mich diese leider wenig erfreuliche Tatsache keineswegs daran, mich abermals und erneut wegen meiner Hündin Nicky an Euren Tierschutzverein zu wenden und um ihretwillen an Eure Solidarität und auch Mit-Verantwortung zu appellieren.
Es geht also weniger um mich, sondern letztlich allein um meine Nicky, die ich ja im Juni 2010 aus Eurem Tierheim adoptiert habe. Und betreffs der Vermittlung eines Tierheimhundes sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass es doch eigentlich im Interesse jedes Tierheimes liegen müsste, einen vermittelten Hund keineswegs aus den Augen zu verlieren, keineswegs teilnahmslos und desinteressiert einfach abzuschreiben, sondern sich auch nach dessen Vermittlung für dessen Wohlbefinden, Gesundheit und dessen möglichst langes und unbeschwertes Leben stark zu machen und einzubringen.
Leider ist dies im Fall meiner Nicky bisher nicht der Fall gewesen, dass man sich auch nur einmal nach deren Vermittlung für sie interessiert hätte. So habe ich beispielsweise bisher nie erlebt, das Tierheim-Mitarbeiter betreffs meiner Nicky nach nunmehr dreijähriger Vermittlungszeit auch nur einmal eine sogenannte Nachkontrolle durchgeführt hätten. Und andererseits ist es ja auch üblich, dass vermittelte Hunde nach gewisser Zeit nochmals während des alljährlich stattfindenden Tierheimfestes vorgestellt werden. Aber auch diesbezüglich habe ich nie eine dementsprechende Einladung erhalten und es liegt einigermaßen klar und deutlich auf der Hand, dass all diese prekären Versäumnisse in einem engen Zusammenhang mit meiner Person gesehen werden müssen und sich letztlich nur so erklären, dass ich Euch verhasst bin und anlässlich aller vorherrschenden Antipathie ignoriert werde und vermutlich für Euch alle als "Feind übelster Sorte" nicht mehr existiere.
Aber wie auch immer:
Im Juni 2010 wurde mir meine Nicky vermittelt und bereits schon während der Probezeit stellte ich fest, dass ihre Gesundheit aufgrund epileptischer Anfälle doch stark beeinträchtigt ist. Trotz dieser damaligen Feststellung kam es für mich nicht in Frage, sie wieder ins Tierheim zurückzubringen und mich aufgrund ihrer Epilepsie einfach wieder dieser kranken und ungesunden Hündin zu "entledigen".
Dies wäre der einfachste und bequemste Weg gewesen, mir alle diesbezüglich zukünftigen Probleme vom Hals zu halten, was ich jedoch weder über mich brachte noch mit meiner Einstellung in Einklang zu bringen vermochte. Aber eines wurde mir schlagartig klar und deutlich und beschäftigte mich: Wie soll ich mit meinem kärglichen Hartz IV - Einkommen angesichts einer von vorn herein kranken Hündin nur immer die Tierarztkosten und erforderlichen Medikamente finanziell begleichen können???
Mit diesen Sorgen belastet schrieb ich unmittelbar wenige Zeit nach erfolgter Vermittlung bereits schon einmal einen Brief an Euren Tierschutzverein, erklärte den Sachverhalt und ersuchte Dich bzw. den Vorstand um dementsprechende Beteiligung bzw. finanzielle Unterstützung betreffs anfallender Tierarztkosten in besonderen Notfällen. Doch oh weh und wie traurig: Auf diesen damals geschriebenen Brief bezüglich meiner Bitte, mir möglichst dann, sobald anfallende Tierarztkosten für mich einmal unerschwinglich und nicht bezahlbar sein sollten, solidarisch unter meine Arme zu greifen und damit weniger mir, sondern vielmehr dem von Euch vermittelten Hund zu helfen - auf diesen Brief erhielt ich leider nie eine Antwort, weder schriftlich noch telefonisch oder mündlich.
Das eine derartige Verhaltensweise, einfach nicht zu antworten und nicht im geringsten zu reagieren, sehr enttäuschend und niederschmetternd ist, darüber brauchen wir gewiss nicht erst gross zu diskutieren, denn keine Antwort ist leider auch eine Antwort, und zwar eine sehr deutliche und völlig unmißverständliche.
Das Ihr mich lieber tot als lebendig sehen würdet und daher für Euren ehemaligen Mitarbeiter vermutlich nur noch Hass und tiefe Verachtung empfindet, dies ist und bleibt jedoch allein Euer Problem und steht hier nicht zur Debatte. Aber wie verhält sich das eigentlich angesichts eines Tierheimhundes, der Eurerseits vermittelt wurde und dessen Halter und Besitzer nicht immer in der Lage ist, horrende Summen für erforderliche Medikamente und Tierarztkosten zu begleichen? Ist Euch eine Nicky als ehemalige Tierheimhündin möglicherweise auch so gleichgültig und unwichtig wie jener Mitarbeiter, den Ihr einst als "Schandfleck" des Tierheimes in die Wüste geschickt und wie einen Verbrecher davongejagt habt?
Aber nun konkret zu meiner Nicky :
Gegen ihre epileptischen Anfälle erhält Nicky seit bereits schon längerer Zeit das Medikament Phenobarbital, täglich abends eine Tablette. Dieses Medikament, welches in Deutschland horrend teuer ist und dennoch trotz meines spärlichen Hartz IV-Einkommens von mir ständig besorgt und gekauft wird, bewirkt gegen die epileptischen Anfälle sozusagen wahre Wunder, denn dank dieser Tabletten scheinen die epileptischen Anfälle besiegt und treten nur noch dann in abgeschwächter Form auf, sobald ich einmal vergessen haben sollte, ihr abends diese eine Tablette zu verabreichen.
Kurzum: ein sehr wirksames und hilfreiches Medikament! Andererseits jedoch hat es auch eine sehr dunkle Schattenseite, nämlich sehr verheerende Nebenwirkungen. Eure "liebenswürdige" Peggy wollte ja einmal besonders klug und weise in Erscheinung treten und schrieb mir einmal in einer Email, dass meine Hündin "klatschfett" sein würde und ihr sicherlich kein langes Leben beschieden wäre, wenn ich sie weiterhin so "mästen" würde. Ja, man kann zwar immer klug reden, besonders dann, wenn man die Hintergründe nicht berücksichtigt und gescheiter sein möchte, als man in Wirklichkeit ist. Und damit komme ich zurück zu den negativen Nebenwirkungen:
Dank des Internets habe ich bereits schon vor längerer Zeit einmal recherchiert und somit erfahren, dass Phenobarbital sozusagen auf die meisten Hunde wie eine Dauer-Schlaftablette wirkt. Mit anderen Worten: das Mittel hilft zwar gut gegen die epileptischen Anfälle, jedoch andererseits ist meine Nicky von Morgens bis Abends täglich sehr müde, ohne Schwung und Elan, schläft sehr oft und sehr viel, was widerum ihre Beweglichkeit stark beeinträchtigt und letztlich wohl auch für Nicky´s Übergewicht zu einem grossen Teil mit verantwortlich ist. Längere und ausgedehntere Spaziergänge? Oh ja, meinerseits herzlich gerne, jedoch diese sind für Nicky anscheinend zu strapaziös, zu anstrengend, denn alsbald schon zottelt sie entweder nur noch langsam und mühselig hinter mir her oder sie legt sich auf den Boden und weigert sich, noch länger mit mir spazierengehen zu wollen.
Abgesehen von einigen Leckerlis, die sie tagsüber in Maßen und keineswegs in Massen bekommt, erhält sie bereits schon seit längerer Zeit jeweils abends ihre einmalige Fütterung in Form gemischten Dosen - und Trockenfutters. Somit füttere ich ganz gewiss nicht zu viel des Guten und glaube, das betreffs ihres Übergewichts von ca. 8 Kg wohl eher andere Faktoren eine ausschlaggebende Rolle spielen, wie z.Bsp. Sterilisation sowie auch durch die Tabletten verursachte ständige Schläfrigkeit, Bewegungsmangel und dergleichen mehr.
Doch wie auch immer:
Meine Nicky muss jetzt endlich um einiges abspecken und den übergewichtigen Kilos muss der Kampf angesagt werden. Meines Wissens nach ist dies aber nur mit speziellen Diät-Trockenfutter möglich, welches nur von und bei Tierärzten erhältlich ist. Andererseits ist dieses Diät-Futter gegen Übergewicht leider auch sehr, sehr teuer - jedenfalls für mich als Empfänger von Hartz IV, der 60.- oder auch 80.- Euro keineswegs einfach so aus seinem Ärmel zu schütteln vermag. Auch müsste betreffs meiner Nicky einmal eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, welche möglicherweise Aufschluss darüber gibt, ob aufgrund der Phenobarbital-Tabletten möglicherweise noch andere Schäden vorliegen und hervorgerufen werden. Beides zusammen, nämlich das notwendige Diät-Trockenfutter und die erforderliche Blutuntersuchung vermag ich mir allerdings zur Zeit und auch demnächst aufgrund finanzieller Schulden und Engpässe unmöglich zu leisten.
Daher nachfolgende Anfrage an den Tierschutzverein Annaberg :
Unsere zwischenmenschlichen Diskrepanzen stehen hier nicht zur Debatte, sondern es handelt sich um eine Hündin, die mir vom Annaberger Tierheim im Jahre 2010 mit einem Handicap vermittelt wurde und die daher nicht einfach teilnahmslos, desinteressiert und unsolidarisch ihrem Schicksal überlassen werden sollte. Wäre es daher eventuell möglich und denkbar, seitens des Annaberger Tierschutzvereins und Tierheimes für das benötigte Diät-Trockenfutter und für die Blut-Analyse einmal die Kosten zu übernehmen bzw. sich anteilig an diesen zu beteiligen?
In Erwartung einer baldigen schriftlichen oder auch telefonischen Rückantwort
und mit freundlichen und zuversichtlichen Grüssen - W. Herrmann

Aufgrund dieser leider abermals nicht erfolgten Antwort - was ich eigentlich schon im voraus befürchtete - habe ich zwei Wochen später nochmals eine Email mit nachfolgenden Zeilen an das Annaberger Tierheim zu Händen des Tierheimleiters abgesandt :
Hallo Klaus,
nachfolgenden und wichtigen Text bitte einmal an Brigitte weiterleiten!
Liebe Brigitte, nun warte ich bereits schon seit mehreren Tagen auf eine Antwort betreffs meines am 11.04.2013 an Dich abgesendeten Briefes. Erhalte ich diese eventuell noch oder habt Ihr Euch abermals dazu entschlossen, meine Zeilen erneut schlicht und einfach zu ignorieren und so zu behandeln, als wären sie niemals geschrieben worden? Ich weiß nicht, wie es in Euren Köpfen tickt, aber eines weiss ich sehr genau : es ist weder fair noch besonders anstandsmäßig korrekt, auf eingegangene Briefpost einfach nicht zu antworten. Und dies gilt auch, wenn es sich beim Absender eines Briefes um einen Menschen handelt, den man eventuell abgrundtief verachtet, hasst und daher nicht erriechen kann. Ich habe ausdrücklich betont, dass meine Bitte um finanzielle Unterstützung für erforderliche Tierarztkosten nichts mit meiner Person zu tun hat, sondern dass es sich in erster Instanz um einen Hund handelt, der mir dank Eures Tierheimes vermittelt wurde - und dies in einer keineswegs gesundheitlich positiven Kondition.
Letztlich habe ich trotz meiner Hartz IV-Betroffenheit für die Adoption meiner Nicky viel Geld auf Euren Tisch hinblättern müssen und allem Anschein nach wollt Ihr Euch erneut und abermals aus Eurer diesbezüglichen Mit-Verantwortung davonstehlen, was ich nicht in Ordnung finde und was letztlich auch jeglicher Tierliebe und Solidarität widerspricht, die man eigentlich von einem intakten und verantwortungsbewussten Tierschutzverein zu erwarten und vorauszusetzen geneigt ist. In der Hoffnung, während der nächstfolgenden Tage umgehend vielleicht doch noch eine Antwort zu erhalten - ob nun als Zusage oder Absage betreffs meines geäußerten Anliegens -
verbleibe ich mit freundlichen Grüssen - W. Herrmann
Doch wie sollte es auch anders sein: abermals keine einzige Antwortzeile!!!
Da bleibt nur noch eines übrig, nämlich den Rat zu beherzigen, den mir Tierfreundin Siraganda einmal ans Herz legte : derartigen "Tierfreunden" den Allerwertesten zu präsentieren und besser auf die Hilfe von solchen zugeschnürten und bemitleidenswerten "Tierschützern" zu verzichten, denn angesichts derartiger Nein-Sager und hilfsunwilliger "Tierschützer" würde letztlich das kleinste Almosen mächtig gewaltig in den Himmel stinken.
Aber da es mir hoffentlich weniger an guter Erziehung und an erforderlichen Anstand mangelt, möchte ich eines auf gar keinen Fall versäumen, nämlich ein dreifaches Dankeschön an diesen sehr "tierfreundlichen" und edel gesinnten Tierschutzverein zu adressieren, denn bei soviel "Anstand", "Anteilnahme" und "Verantwortungsbewusstsein" für vermittelte Tierheim-Insassen, sowie auch angesichts der deutlich unter Beweis gestellten "Tier" - und auch "Menschenliebe", möchte ich auf gar keinen Fall ebenso in dieses Horn hineinblasen, sondern stattdessen einfach nur eines sagen und zu meinen Annabergern Tierfreunden auf die Reise schicken:

