szmmctag

  • Rainbow-Warriors: Folge 49

    Es ist fuer mich eine ganz besondere Freude und Ehre, im heutigen Beitrag unserer Reihe der Regenbogen-Kaempfer zwei Menschen vorzustellen, von welchen man mit Sicherheit sagen kann, dass sie einmalig sind; einmalig in ihren Gedanken und Taten, welche von grosser Staerke und Mut Zeugnis geben. Moegen die Vergehen gegen die stumme Kreatur diesen Planeten in die truebesten Kloaken treiben, wo toedliche Fangnetze darauf warten, jegliche Gerechtigkeit, den guten Willen und die Hoffnung zu verschlingen - aber wenn ich dabei an unsere beiden heutigen Gaeste denke so wird mir mit ganzer Macht bewusst: es gibt noch Gerechte Menschen auf dieser Welt, die guten Willens sind - und deshalb gruent in meinem Herzen die Hoffnung - wider alles Elend und alle Greuel, welche die zweibeinige Bestie Mensch den Tieren antut.

    Vom 31.7.2013 - 23.8.2013 - und zwar genau 24 Tage - trat Christophe Lepretre, in Mimizan, Frankreich fuer die gemarterten Stiere in den Hungerstreik. Das Timing war perfekt, aber nicht von ihm selber vorgesehen, denn er glaubte selbst nicht, dass er es so lange aushalten wuerde. Der Abschlusstag wurde dann gekroent durch die grosse Anti-Stierkampf-Manifestation, welche in Frankreich die Nummer Eins der Presse war.

    Aber aus der Liebe zu den Tieren schoepft Christophe Lepretre seine ganze Kraft und sein einziger Kommentar dazu war: 'Ich hoffe, dass wir im 2014 nicht mehr nach Mimizan zurueckkehren muessen, weil dann jemand mit Herz und Verstand dieser Stadt vorstehen moege! Aber es war uns gelungen, die Oeffentlichkeit auf diese Barbarei aufmerksam zu machen, obwohl die sechs Stiere vom Praesidenten der Republik NICHT begnadigt wurden. Sie wurden gefoltert und getoetet von Untermenschen, welche von der korrupten Regierung geschuetzt werden.

    Es ist mir ein persoenliches Anliegen, meinem Tierschutz-Helden Christophe Lepretre von ganzem blutendem Herzen zu danken fuer seinen grossartigen Mut und seinen wundervollen, starken Charakter, der diese hervorragende Aktion ermoeglicht hat. Ich werde ihn nie vergessen, bis zu meinem letzten Atemzug! Danke!

    Mein voller Respekt und ein Herz voller Liebe geht auch hinaus zu Dr. Rey del Napoles, Humane Society Thailand, Tierarzt und Retter unzaehliger Tiere, welche als Opfer von Naturkatastrophen, dem Handel von Hunde- und Katzenfleisch oder anderer Tierquaelerei entrissen werden konnten. Im April 2013 konnte ein Transporter mit 2000 geladenen Hunden dingfest gemacht und die voellig entkraefteten und veraengstigten Tiere tierschuetzerisch betreut und veterinaermedizinisch versorgt werden, einer grandiosen Teamarbeit von Soi Dog Foundation, Humane Society, freiwilligen Tierschuetzern, Tieraerzten und helfenden Buergern, waehrend der Dr. Rey del Napoles in stunden- ja tagelangem Einsatz operierte und die geretteten Tiere medizinisch versorgte.

    Dr Rey del Napoles sagt uns, dass jeder Hund eine Geschichte hat und es war fuer alle Anwesenden erschuetternd mitzuerleben, welch grosses Vertrauen all die aufs schwerste misshandelten Tiere in den liebevollen Tierarzt hatten, bei dem sie spuerten, dass er ihr wahrer Freund und Helfer ist!

    Jedes Mal, wenn solche Grosstransporter mit Hunden und Katzen abgefangen werden - und nachdem alle Tiere versorgt und behandelt wurden, gibt sich Dr. Rey del Napoles noch lange nicht zufrieden - und nimmermuede beginnt nun sein Einsatz der Sterilisierung seiner Schuetzlinge, bevor sie an die zuverlaessigsten Tiersanktuarien weitergereicht werden, wo sie dann anschliessend von liebevollen Tierschuetzern adoptiert werden koennen.

    Ich danke Dr. Rey del Napoles fuer seinen nimmermueden, mutigen Einsatz und die enorme seelisch-koerperlich-geistige Leistung, welche damit verbunden ist. Diese Kraft schoepft er einzig und allein aus der Liebe - der Liebe zu ALLEN Lebewesen, und dies wiederum macht ihn in meinem Herzen unsterblich…

    Liebe Gruesse von Siraganda

  • Ein sehr lesenswertes und interessantes Interview mit Arianna Ferrari

    Dr. Arianna Ferrari hat Philosophie an der Universität Mailand und der Universität Tübingen studiert. Ihre Dissertation, die auch als Buch erschienen ist, hat sie zum Thema "Ethische und wissenschaftstheoretische Aspekte der gentechnischen Veränderung von Tieren in der biomedizinischen Forschung" verfasst. Seit 2010 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie. Ihre Forschungsinteressen umfassen neben der Ethik und Politik neuer Technologien und Technikphilosophie auch Tierphilosophie, Tierethik sowie Umweltethik.

    Interview :

    Frau Dr. Ferrari, Sie leben seit sechs Jahren vegan, zuvor waren Sie elf Jahre lang Vegetarierin. Was hat Sie damals zur Umstellung bewogen?

    Ich habe nie mit Tieren zusammengelebt, daher war mein Zugang am Anfang sehr rational. Schon einige Zeit bevor ich Vegetarierin wurde, habe ich im Rahmen meines Engagements für Umweltschutz Menschen kennengelernt, die vegetarisch lebten und die mit mir über ihre Ernährung gesprochen haben. Auch wenn mich das damals noch nicht umgestimmt hat, haben diese Gespräche Spuren hinterlassen. Danach reflektierte ich weiter. Meine Ernährung habe ich aber erst umgestellt, nachdem ich "Animal Liberation" von Peter Singer gelesen habe. Im Rahmen meines Studiums erweiterte ich dann meinen tierethischen Horizont und beschloss sogar, meine Promotion zum Thema Tierethik zu schreiben. Mir wurde zunehmend bewusst, dass Tiere um ihrer selbst Willen in der Welt sind und nicht für uns. Die Infragestellung der Tiernutzung hat mich schließlich dazu bewegt, mich vegan zu ernähren, da Vegetarismus zu kurz greift. Die Umstellung der Ernährung kommt natürlich fast immer als erstes, da es etwas ist, das wir tagtäglich machen. Es ist für mich aber nur eine von mehreren Säulen einer Lebenseinstellung: Veganismus ist die notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung eines friedlichen und gewaltfreien Umgangs mit der Natur, die uns selbst auch miteinschließt.

    Glauben Sie, dass sich mehr Menschen für eine vegetarisch-vegane Ernährungsweise entscheiden würden, wenn sie mehr Informationen zur heutigen Tierhaltung und -tötung hätten?

    Das ist eine Eine-Millionen-Euro-Frage. Auf der einen Seite spielen Informationen eine wichtige Rolle und ich halte sie für eine Grundvoraussetzung. Auf der anderen Seite sind mittlerweile sehr viele Informationen über die Ausbeutung von Tieren verfügbar. Ernährung hat nicht nur mit Rationalität zu tun, sondern auch mit Gefühlen, Kultur und Sozialisierung. Gerade deswegen sollte man einen Weg finden, sowohl rationale als auch emotionale Argumente zu entwickeln, damit sich die komplette Sichtweise gegenüber Tieren ändert.

    Was muss neben den rationalen Argumenten noch dazu kommen, damit eine Person tatsächlich die Umstellung wagt?

    Ich denke, besonders wichtig sind Änderungen auf der gesellschaftlichen Ebene. Dazu zählt zum Beispiel ein größeres Angebot an veganen Gerichten in Kantinen, Restaurants und Gaststätten, sodass dem Konsument eine vegane Lebensweise näher gebracht und erleichtert wird. Aber vor allem brauchen wir auch eine kulturelle Änderung, einen Perspektivenwechsel. Ernährung ist nicht nur eine private, sondern auch eine politische Sache! Wenn wir nach einer gewaltfreien Gesellschaft streben, in der Lebewesen nicht unterdrückt werden, haben wir eine Pflicht, uns vegan zu ernähren sowie zu versuchen, diese Ernährung für alle Menschen zugänglich zu machen. Für mich baut die Vorstellung von Gerechtigkeit im Ernährungsbereich auf Solidarität mit allen leidensfähigen Lebewesen sowie auf einen schonenden Umgang mit Naturressourcen auf. Dazu zählen auch die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung und der nicht-ökologischen Intensivierung der Landwirtschaft. Phänomene, die mit Kapitalismus verbunden sind. Um all das zu verwirklichen, brauchen wir nicht nur engagierte Bürger, sondern auch Institutionen und Rahmenbedingungen, die das ermöglichen – wir brauchen einen politischen Wechsel. Ein kultureller Perspektivenwechsel würde unter anderem auch eine Änderung der Medienbotschaften implizieren. Das fängt beispielsweise schon dabei an, wie der Umgang mit Tieren in Kindersendungen dargestellt wird.

    Sie haben die dritte EU-Konferenz zu "critical animal studies" organisiert, die Ende 2013 in Karlsruhe stattfand. Was versteht man unter "critical animal studies"?

    Das sehr kritische Gebiet der "critical animal studies" hat sich in den USA entwickelt. "Critical animal studies" ist eine Perspektive, die eine kritische Haltung zu heutigen Mensch-Tier-Verhältnissen einnimmt. Die Vertreter versuchen, sowohl durch akademische als auch aktivistische Arbeit etwas an den Umständen der heutigen Tierausbeutung zu ändern.
    Die EU-Konferenz, die ich organisiert habe, hatte den Schwerpunkt Technowissenschaft, also die wissenschaftlich-technologische Entwicklung. Es war ein Versuch, das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Tier im Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung zu thematisieren.

    Sie bezeichnen sich selbst als Antispeziesistin. Was genau ist das?

    Antispeziesismus ist das Gegenstück zu Speziesismus. Speziesismus wiederum ist ein Begriff, der in den 70er-Jahren von einem britischen Psychologen namens Richard Ryder geprägt wurde. Er bezeichnet die Diskriminierung von Lebewesen in Bezug auf ihre Speziesangehörigkeit und ist als Analogie zu Sexismus oder Rassismus gedacht. Wichtig ist hier, dass Speziesismus eine Verletzung des Gleichheitsprinzips darstellt. Das Gleichheitsprinzip besagt "gleiche Berücksichtigung von gleichen Interessen". Leidensfähige Wesen haben ein gleiches Interesse an Leben und wollen nicht leiden, ganz egal, welcher Spezies sie angehören. Diese wäre die eher moralphilosophische Definition.

    Es gibt aber auch eine soziologische beziehungsweise politische Definition, die ihre Perspektive mehr auf die Gesellschaft richtet. Diese besagt, Speziesismus sei eine Ideologie, ein Glaubenssystem oder eine gesellschaftliche Haltung, die die Unterdrückung von Tieren rechtfertigt.
    Meine persönliche Definition von Speziesismus umfasst beides: Ich verstehe unter Speziesismus die Zusammenhänge und die gegenseitige Beeinflussung zwischen Unterdrückung und Ausbeutung von Tieren (durch ihre Nutzung) und der Vorstellung, dass Tiere minderwertig seien gegenüber den Menschen. Unsere Sichtweise zu Tieren muss sich ändern. Nicht, weil einige Tiere uns etwas bedeuten und uns etwas geben können, sondern um ihrer selbst willen. Wir müssen erkennen, dass wir überhaupt kein Recht haben, sie für unser Vergnügen, unseren Gaumengeschmack oder zu unserem Vorteil zu nutzen. Tiere verdienen fundamentale Rechte.

    Wie lässt sich begründen, dass Tiere gleichgestellt sind und wir sie nicht ausnutzen dürfen?

    Die theoretische Begründung basiert auf dem Gleichheitsprinzip. Leidensfähige Wesen haben ein Grundinteresse daran nicht zu leiden, ganz egal, ob sie Menschen oder Tiere sind. Sie möchten leben und sich entfalten. Natürlich hat jede Tierart spezifische, arteigene Interessen, weil sie eben unterschiedliche Fähigkeiten haben. Aber ihre Grundinteressen unterscheiden sich nicht von denen des Menschen. Tiere möchten leben und nicht leiden oder zumindest nicht wegen uns Menschen leiden. Es ist sogar ziemlich plausibel, dass Tiere aufgrund ihrer spezifischen kognitiven und sensorischen Fähigkeiten in der Lage sind, Leidensformen zu erfahren, die wir Menschen nicht kennen.

    Sie haben viele Artikel und Bücher zum Thema Animal Enhancement verfasst. Was versteht man darunter? Wie verteidigen Befürworter die Idee des Animal Enhancements?

    Wortwörtlich bedeutet Animal Enhancement die "Verbesserung von Tieren". Hiermit sind vor allem Verbesserungen der Fähigkeiten der Tiere gemeint. In den vergangenen Jahren hat sich eine Debatte um diesen Begriff entwickelt. Dabei ist die Grundidee eigentlich gar nicht neu, sondern schon sehr alt, denn die Verbesserung der Fähigkeiten der Tiere ist sehr stark in die Tierzucht eingebettet.
    Die Verwendung des Begriffes "Enhancement" lebt weiterhin von einer stark positiven Konnotation, da "Verbesserung" fast immer mit etwas Positivem in Verbindung gebracht wird. Einige Autoren verteidigen auch bestimmte Eingriffe bei Tieren, da sie behaupten, dass dies im Interesse der Tiere selbst wäre. Und darin liegt ja der Trick! Denn jetzt geht es nicht mehr nur noch um die Interessen des Menschen, wie bei der Zucht klar der Fall ist, sondern es wird von einigen Autoren behauptet, im Interesse der Tiere zu handeln.

    Was soll zukünftig alles an Tieren "verbessert" werden? Ich habe beispielsweise vom Enviropig gelesen. Die Grundidee ist ja gar nicht so übel. Was halten Sie davon?

    Es wird beispielsweise gentechnisch versucht, weniger schmerzempfindliche Tiere "herzustellen", damit diese weniger unter den Umständen der Intensivtierhaltung leiden; ihre Fähigkeiten sollten modifiziert werden, damit die Tiere die Umwelt weniger verschmutzen oder die Tiere sollen intelligenter gemacht werden, damit sie besser mit dem Menschen kommunizieren können.

    Nun zu den Enviropigs. Dabei handelt es sich um Schweine, deren Verdauungssystem dahingehend gentechnisch verändert wurde, dass diese Schweine Phosphate, insbesondere Phytat, aus dem Getreide besser verdauen können. Normalerweise können Schweine Phytat nicht absorbieren. Diese Substanz gelangt mit dem Kot in den Boden und schadet diesem. Dies betrifft jedoch insbesondere die Intensivtierhaltung, bei der viele Schweine auf geringem Platz gehalten werden. Würde man weniger Schweine auf demselben Raum halten, wäre das Problem auch minimiert. Es ist typisch für viele Diskurse über neue Technologien, dass eine technische Lösung für ein gesellschaftliches Problem gesucht wird. Häufig werden aber die Hintergründe unbeachtet gelassen: Warum braucht man Intensivtierhaltung? Warum braucht man Schweinehaltung überhaupt?

    In der Debatte um Animal Enhancement ist es sehr wichtig, zwischen Visionen von Autoren und Philosophen, die erst einmal nur Gedankenexperimente bleiben, und tatsächlichen Arbeiten in der Forschung zu unterscheiden. Oftmals liest man hitzige Diskussionen und Debatten zu Möglichkeiten, die so gar nicht stattfinden oder nicht interessant für die Forschung sind. Das ist die Argumentationsstrategie, die von einigen Philosophen sogar im Namen von Tierrechten verfolgt wird. Wirft man aber einen genaueren Blick in die Forschung, sieht man sofort, dass Geld in die Auswahl und Modifikation derjenigen Fähigkeiten von Tieren investiert wird, die nützlich für den Menschen sind. In der sogenannten Nutztierhaltung werden beispielsweise transgene Kühe hergestellt, deren Milch eine für den Menschen verträglichere Zusammensetzung aufweist oder transgene Schweine, deren Fleisch weniger Cholesterin enthält. Meist geht es bei Animal Enhancement also um ökonomische Interessen. Die Verbesserung von bestimmten Leistungen der Tiere sollen an die Wünsche der Konsumenten angepasst werden.

    Nicht zuletzt wird oft der Fehler begangen, nur das tatsächlich gentechnisch veränderte Tier zu betrachten, ohne die Frage zu stellen, was diese gentechnischen Modifikationen für alle Tiere, die in den Prozess eingebunden sind, bedeutet und bedeutet hat. Bevor ein gentechnisch verändertes Schwein "hergestellt" wird, braucht man sehr viele Versuchstiere, die im Prozess "verwendet" und getötet werden. Darüber hinaus müssen gentechnisch veränderte Tiere immer eingesperrt gehalten werden und können kein Leben in Freiheit genießen.

    Wenn man beispielsweise Schweine kreieren könnte, die keinerlei Schmerzempfinden hätten, dürfte man diese dann aus ethischer Sicht essen?

    Zunächst einmal: Wir brauchen keine Tiere zu essen, um zu überleben. Das ist Fakt und das eröffnet die Frage nach dem Sinn solcher Versuche. Ich lasse mich auf die Frage ein und sage: Um auf solche Fragen zu antworten, muss sehr viel im Voraus geklärt werden. Was bedeutet, ein Tier "leidensunfähig" zu machen? Leiden ist mehr als körperlicher Schmerz. Schmerzen könnte man betäuben und das Schmerzempfinden kann man mit bestimmten Eingriffen wesentlich einschränken. Wenn jedoch über Leidensunfähigkeit gesprochen wird, wird meist vorausgesetzt, dass man so eine hochkomplexe Fähigkeit eines Organismus genetisch komplett ausschalten kann, ohne dass andere wesentliche Wahrnehmungsfähigkeiten von diesem Wesen betroffen werden. Darüber habe ich meine Zweifel. Leiden zu spüren ist etwas Grundsätzliches für leidensfähige Wesen - also auch für uns Menschen.

    Wie würde ein Leben ohne Leidensfähigkeiten sein? Bei Menschen gibt es eine seltene Krankheit namens Hereditäre sensorische und autonome Neuropathie (HSAN), bei der die betroffenen Menschen keine körperlichen Schmerzen empfinden können - und das ist für diese Menschen extrem gefährlich, denn die Leidensfunktion hat auch eine wichtige biologische Schutzfunktion. Wenn wir unsere Hand auf eine heiße Herdplatte legen, spüren wir in Sekundenschnelle den Schmerz und ziehen unsere Hand weg. Eine Person mit HSAN zieht sich unter Umständen schwere Verbrennungen zu, da sie unfähig ist, die Hitze als Schmerz wahrzunehmen. Wenn wir Tiere ohne körperliches Schmerzempfinden entwickeln, fällt auch bei ihnen diese biologische Schutzfunktion weg.
    Das Problem der Tiere ist nicht, dass sie leidensfähig sind, sondern dass sie wegen uns leiden! Die Idee, Tiere so gentechnisch zu verändern, dass sie keinen körperlichen Schmerz mehr empfinden, ist für mich im besten Fall nur eine Verschiebung des Problems und im schlimmsten Fall ein Manöver, um die Aufmerksamkeit weg vom tatsächlichen Ausbeutungskomplex zu lenken.

    Welche Alternativen zu Tierversuchen für wissenschaftliche Zwecke gibt es?

    Alternative Verfahren gibt es sehr viele, beispielsweise Computermodelle wie Simulationen, außerdem gibt es nicht-invasive Verfahren oder die sogenannten in-vitro-Systeme. Leider wird immer noch zu wenig Geld in solche Forschung investiert. Darüber hinaus herrscht in der biomedizinischen Forschung immer noch die Meinung, dass Tierversuche immer unentbehrlich sind: Die wissenschaftliche Validität von Alternativmethoden muss an den Ergebnissen aus Tierversuchen geprüft werden, das heißt Tierversuche gelten als "Goldener Standard" für die gesamte biowissenschaftliche Forschung.

    Bekommen Sie manchmal Gänsehaut, wenn Sie die neusten Forschungsvorhaben lesen? Wie gehen Sie mit solchen Information um?

    Ja, bekomme ich. Es ist sehr frustrierend, was ich alles lese. Ich versuche damit umzugehen, indem ich schreibe und Kritik ausübe. Wir brauchen dringend einen Perspektivenwechsel. Wir sollten uns die Frage stellen, in welcher Gesellschaft wir überhaupt leben wollen. In einer Gesellschaft, die auf Gewalt, Unterdrückung und der Tötung Millionen leidensfähiger Wesen basiert oder in einer Gesellschaft, in der man sich von Respekt, Solidarität und Frieden jenseits der Speziesgrenzen inspirieren lässt. Wir können uns gesund und ausgewogen vegan ernähren. Wir können in Forschung investieren, die nicht auf Kosten Millionen leidensfähiger Lebewesen geht. Wir können Gerechtigkeit viel breiter konzipieren. Es gibt nicht nur einen einzigen Weg für diesen Perspektivenwechsel, sondern wir müssen mehrere Wege ausprobieren: Es gibt Menschen, die sich für eine Vergrößerung des veganen Ernährungsangebotes stark engagieren; es gibt an Universitäten kritische Stimmen und viele Menschen, die sich privat engagieren. Wir brauchen außerdem auch Kunst, Literatur und andere kreative Ausdrucksformen, um das Herz der Menschen zu erreichen. Schließlich brauchen wir auch mehr Einsatz auf politischer Ebene, auf der Ebene der Entscheidungsträger.

    Vielen Dank für das Gespräch, Frau Dr. Ferrari!
    Das Interview führte Ann-Christin Heim.

    Quelle: www.vebu.de

  • So werden wir hinters Licht geführt

    Wer lieber Geflügel-Salami kauft, weil er Schweinefleisch meiden will, hat Pech gehabt, denn wo Geflügel drauf steht, ist oft mehr Schwein drin als Huhn. Und der Zitronen-Tee enthält zwar viel Zucker, aber eben keine Zitrone. Außerdem besteht Kalbfleischleberwurst – Muslime aufgepasst – zu 55 Prozent aus Schweinefleisch, zu 20 Prozent aus Schweineleber, zu 16 Prozent aus Kalbfleisch und zu null Prozent aus Kalbsleber.

    Diese Namens-Schwindelei liegt an einem Werk, von dem die wenigsten von uns jemals gehört haben: am Lebensmittelbuch. Darin wird festgehalten, wie Nahrungsmittel bezeichnet werden dürfen. Erstellt wird es von einer Lebensmittel-Kommission, bestehend aus Verbraucherschützern, Lebensmittelkontrolleuren, Wissenschaftlern und Industrievertretern.

    Das Problem: Auch wenn das Gremium zum Beispiel darüber streitet, ob Zitronenlimonade Zitrone enthalten muss, muss es am Ende zur Freude der Industrie-Lobby zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen. Und genau deshalb gibt es Fruchtjoghurt praktisch ohne Früchte, die Rinder-Fertigbrühe ganz ohne Rind, die Geflügelsalami vornehmlich aus Schwein und Rind und den Heringssalat mit nur 20 Prozent Fisch, dafür aber mit viel Rind und Fleischsalat. Angesichts solcher ganz legaler Mogelpackungen fordert Foodwatch: Diese Lebensmittelbuch-Kommission muss weg!!!

    Video: "So werden wir hinters Licht geführt"

    Ohne Veganismus keine Zukunft für unsere Erde :

    Vegan zu leben ist die verantwortungsvollste und moralisch bewussteste Entscheidung, die jeder von uns treffen kann. Veganismus hilft nicht nur den Tieren, sondern auch unserer Umwelt, unserem Klima, unserer Gesundheit und den Hungrigen und Verhungernden dieser Erde.
    Veganismus ist die einzige Hoffnung für die Zukunft unseres wunderbaren Planeten Erde.

  • Menschen mit Herz und Verstand: Galileo Galilei

    In der heutigen Folge unserer Reihe 'Menschen mit Herz und Verstand' werden wohl oder uebel die lieben Leser, als auch meine eigene Person gefordert, denn das geniale Haupt, welches ich heute vorstellen werde, darf einerseits auf keinen Fall uebergangen werden, da es naemlich zu den brilliantesten Kronzeugen und Verfechtern der Achtung vor dem Leben gehoert, aber andererseits durch seine anspruchsvollen und schwierigen wissenschaftlichen Werke doch tiefe Einsicht und Verstaendnis erfordert, wenn man seine einmalige Position verstehen und nachvollziehen will! Dies moechte ich aber unbedingt tun, denn dies bin ich Mutter Erde und den auf ihr lebenden und leidendenTieren schuldig!

    Somit nimmt unsere geistige Burg immer mehr Gestalt an, denn dieser Baustein hier ist der wahre Eckstein eines soliden Fundamentes, dessen noch wehrhafte Mauern, Tuerme und Tore harren!

    Zu dem nachfolgenden Aufsatz moechte ich noch anmerken, dass ich viele der Texte und Zitate aus dem englischen und italienischen uebersetzte, sinngemaess zusammenfasste und entsprechend kuerzte! Das vorliegende Material war ausserordentlich schwierig zu verarbeiten und man moege mir eventuelle Unzulaenglichkeiten verzeihen, aber ich musste es tun und in meiner Annaeherung an diese Persoenlichkeit versuchte ich, nicht bloss deren Wissenschaft zu erfassen, sondern dessen Liebe - welche uns mit ihm und der ganzen Schoepfung verbindet und letztendlich dazu dient, so hoffe ich wenigstens von Herzen, dem Tier und der Natur zu ihrem Rechte zu verhelfen! Und ich darf wohl in aller Bescheidenheit beifuegen, dass es nicht mein Verdienst, aber sehr wohl mein Privileg ist, trotz der unermesslichen weltweiten Tierqual in dem Bewusstsein zu existieren, dass ich mich in meinem Kampf fuer die gemarterten Tiere auf der richtigen Seite befinde.

    Der grosse italienische Gelehrte, Physiker, Mathematiker, Astronom und Philosoph Galileo Galilei (1564-1642) ist wohl jedem von uns ein Begriff, ist er doch der Vater der modernen Physik, der beobachtenden Astronomie und der modernen Wissenschaft. Viele Erfindungen und Entdeckungen gehen auf sein Konto, so etwa die massive Verbesserung des Teleskopes, aufgrund dessen er die Jupitermonde, die Sonnenflecken und Mondkrater entdeckte. Er entwickelte ein System zur Messung der Lichtgeschwindigkeit und der Schwerkraft. Er unterstuetzte die kopernikanische Weltsicht und die These des heliozentrischen Universums mit der um die Sonne kreisenden Planeten und der sich drehenden Erde brachte ihn als Ketzer vors Inquisitionsgericht, welches ihn jahrelang verhoerte, quaelte und als alten gebrochenen Mann zwang, von seiner Lehre abzuschwoeren, d.h. er war dermassen geschwaecht, dass er kaum noch sprechen konnte und das 'Abschwoeren' so quasi in seinen Mund gelegt wurde. Aber auf dem Sterbebett sprach er die nie mehr vergessenen Worte: "Und sie dreht sich doch!"

    Hier nun die schon mit Spannung erwartete Darlegung seiner erhabenen Natur-Philosophie, welche er in ein symbolisches Zwiegespraech einband und ihr auf diese Weise bis ans Ende der Zeit die Ueberlieferung sicherte: Die beiden fiktiven Personen tragen die Namen Sagredo (der Weise) und Simplizio (der Simpel), wobei offenbar tatsaechlich zwei seiner Freunde diese Namen trugen!

    In den Augen des Simplizio existiert das Universum, die Erde und ihre Lebewesen und der ganze Kreislauf der Schoepfung ausschliesslich fuer den Menschen, der sich nach Lust und Laune frei bedienen kann.

    In den Augen des Sagredo haben das Universum (welches ebenfalls wie die Erde bewohnt ist), die Erde und ihre Lebewesen - Pflanzen und Tiere - ihren eigenen Zweck.

    Hier folgt gleich ein denkwuerdiges Zitat Galileis, welches die obige Position in klarem Licht erscheinen laesst: "Obwohl zwischen dem Menschen und den verschiedenen Tierarten bedeutende Unterschiede bestehen, so sind diese aber nicht groesser als zwischen der menschlichen Spezies unter sich."

    Das Wesentliche in der Naturphilosophie Galileis ist die Tatsache, dass sie im Universum einesteils ein mechanisches Uhrwerk sieht, in ihm aber einen allesdurchwebenden beseelten Geist erkennt, im Gegensatz zu Descartes, welcher dem Universum, der Materie und der aussermenschlichen Schoepfung diese Beseeltheit absprach und dessen mechanistisches Weltbild, vereint mit den Lehren des Aristoteles und Thomas von Aquins und der industriellen Revolution, die westliche kulturlose Zivilisation an den Rand des Abgrundes brachte!

    Aber da uns nun eigentlich vor allem die Aussagen des Sagredo interessieren, durch dessen Mund Galileo spricht - hier sind sie:

    "Die Natur ist unermuedlich und stetig - sie uebertritt das ihr auferlegte Gesetz nie - und es ist ihr gleichgueltig, ob ihre verborgenen Gruende und Handlungen vom Menschen verstanden werden oder nicht. Die Natur ist in jenem grossen Buch aufgeschrieben, welches offen vor unseren Augen liegt. Aber wir koennen sie nicht verstehen, wenn wir ihre Sprache nicht lernen und die Symbole erfassen, in welche sie gefasst ist. Das Buch ist in mathematischer Sprache geschrieben und die Symbole sind geometrische Formeln, ohne deren Hilfe wir kein einziges Wort verstehen - ohne die wir sinnlos durch ein dunkles Labyrinth wandern.

    Die Erde ist nobel und bewunderungswuerdig durch ihre stetigen Veraenderungen und das Kommen und Gehen der Lebewesen. Waere sie unveraenderlich, waere sie ohne Leben. Und dies gilt fuer das ganze Universum. Der Tor liebt totes Material wie Schmuck, Gold und Juwelen und nennt diese edel, nur weil sie rarer sind als Erde. Der Unedle schaetzt Luft, Wasser, Lebewesen nicht, aus dem einfachen Grunde, weil sie sich ueppig geben!

    Aber welcher Koenig wuerde nicht, wenn die Erde rar waere, all sein Geschmeide hergeben fuer eine Handvoll Erde, um einen lebenden Kern zu pflanzen, welcher spriesst, gruent und ihm koestliche Frucht bringt.
    Der Vulgaere, welcher die Sensibilitaet der Erde und ihrer Lebewesen zu sehr verachtet und die Unveraenderlichkeit der toten Dinge wie Geschmeide liebt, fuerchtet sich vor der unaufhaltsam fortschreitenden Annaeherung der Todesstunde, aber er vergisst dabei, dass - wenn er physisch unsterblich waere - nicht in diese Welt kommen koennte. Solche Toren verdienen es, vor dem Gorgonenhaupt zu erstarren, welches sie in Jade verwandelt - und aus ihnen hiermit etwas besseres macht!"

    Solch tiefsinnige Gedanken sollten sich die Tierquaeler und Ausbeuter unseres Planeten Erde hinter die Ohren schreiben, denn dann koennte vielleicht eines Tages noch was besseres aus ihnen werden...

    Liebe Gruesse von Siraganda

  • So leiden Mastkaninchen mitten in Deutschland

    Es sind Bilder, die jedem Tierfreund unter die Haut gehen. Hunderte Kaninchen eingepfercht in eine Käfigbatterie. Zwischen den Lebenden liegen Tote, quälen sich Schwerkranke. Aufgenommen hat diese Bilder das Deutsche Tierschutzbüro e.V. , aber nicht etwa im fernen China, sondern mitten in Deutschland, in einer Brandenburger Kaninchenmast. Verkauft wird das Fleisch der gequälten Tiere auf Wochenmärkten, Metzgereien und Hofläden in der Umgebung sowie in Berlin. Das Deutsche Tierschutzbüro fordert eine sofortige Schließung dieser Horrorfarm. Veterinäramt und Staatsanwaltschaft sind eingeschaltet.

    Zu Ostern nimmt in Deutschland auch die Nachfrage nach Kaninchenfleisch drastisch zu. Viele Verbraucher glauben, dass sie Fleisch von einst glücklichen Tieren kaufen. Doch die Realität sieht anders aus, ganz anders. Der Tierschutzverein Deutsches Tierschutzbüro e.V. hat jetzt Bilder einer aktuellen Recherche veröffentlicht, die deutlich zeigen, wie sehr Mastkaninchen in Deutschland gequält werden.

    Stefan Klippstein, gelernter Tierpfleger und Sprecher des Vereins, hat die Aufnahmen auf einem Brandenburger Bauernhof gemacht. In einer von außen unscheinbaren Halle werden dort hunderte Kaninchen in einer Käfigbatterie gehalten. „Die winzigen Drahtgitterkäfige sind in mehreren langen Reihen nebeneinander und übereinander angebracht“, berichtet Stefan Klippstein „die Kaninchen haben so wenig Platz, dass sie ihre normalen Verhaltensweisen nicht annähernd ausleben können. Viele der Tiere sind verletzt oder krank. Ich habe dort Kaninchen mit offenen Knochenbrüchen und eitrigen Infektionen gesehen. Zwischen den lebenden Tieren lagen auch immer wieder tote in und auf den Käfigen. Anscheinend wurden sie dort vom Mäster einfach achtlos liegen gelassen.“

    Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat nach der Entdeckung dieser Horrormast umgehend das Veterinäramt und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bei der darauf folgenden behördlichen Kontrolle des Betriebes wurden ebenso Tiere angetroffen, die so sehr litten, dass sie von Amts wegen notgeschlachtet werden mussten.
    Trotzdem wurde der Betrieb jedoch nicht geschlossen. Zu den Kunden des Mästers gehören Hofläden, Marktstände und Cateringunternehmen der Umgebung und in Berlin, von denen einige das Fleisch sogar als Bodenhaltungsfleisch anpreisen.

    Das Deutsche Tierschutzbüro fordert nun vom zuständigen Veterinäramt die sofortige Schließung dieser Farm. „Zudem bitten wir alle Verbraucher, solche Tierquälerei nicht zu unterstützten und zu Ostern auf Kaninchenfleisch zu verzichten“, so Stefan Klippstein abschließend.

    Das Deutsche Tierschutzbüro schätzt, dass es bundesweit noch etwa 60 Kaninchenmast Anlagen gibt und jedes Jahr ca. 25-30 Millionen Kaninchen allein in Deutschland verzehrt werden.

    Traurige Ostergrüsse - Wolodja

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