szmmctag

  • Gerhard Heybrock über die Kulturschande des Stierkampfes

    Was die Sache in der EU so schwierig macht, ist die Tatsache, dass von den Produkten der Kampfstierzucht (männliche und weibliche Kampfrinder) ein Großteil nicht in der Arena, sondern im Schlachthof landet oder für diverse Blut-Feste herhalten muss, weil ein Teil der Tiere nicht den erwünschten Qualitätskriterien eines Kampfstieres entspricht. Hierzu werden bereits ganz junge Kälbchen durch Stichproben (im wahrsten Sinne des Wortes) mit der Lanze seitens berittener Vaqueros auf genügend Resonanz, also Gegenwehr, getestet. Wer durchfällt braucht also nicht als Kampfstier deklariert zu werden und kann möglicherweise mit gewisser Berechtigung die Bullenprämie oder sonstige Zuschüsse der EU zur  Rinderzucht in Anspruch nehmen. Die Töpfe der Landwirtschaft sind übrigens nur eine unter vielen Quellen, die die europäische Tauromaquía (Stierkämpferei) als Subventionen in Anspruch nimmt. So u. a. spielen die Kultur-Fonds oder der Denkmalschutz, z. B. zur Sanierung von Arenen eine nicht unerhebliche Rolle.

    Das Patentrezept nach dem Menschen Tierquälereien jeglicher Art rechtfertigen und damit möglichst in alle Ewigkeit fortführen (wollen und meist auch können), ist die Erklärung der jeweiligen Unsitte zur Kultur (ggf. auch zum unverzichtbaren Religionsakt). Wenn sie nur alt genug ist, wird sie als Tradition verherrlicht und ist damit automatisch scheinbar resistent gegen jede Erkenntnis, Sinn, Verstand – und Mitgefühl sowieso.

    Was den Stierkampf nach spanischem Muster anbetrifft, die bekannte Corrida de Toros, ist seit einigen Jahren zunehmender Gegenwind gegen diese blutige Tradition in praktisch allen Stierkampf praktizierenden Ländern spürbar. So haben etwa die Kanarischen Inseln als erste autonome Gemeinschaft Spaniens bereits 1991 den Stierkampf verboten. Katalonien folgte 2010 per Volksbegehren und deutlicher Mehrheit im Parlament. Gerade Letzteres versetzte die Stierkampf-Branche und -Liebhaberschaft, die über mafiöse Strukturen bis in höchste Regierungskreise der einzelnen Länder und der EU verfügt, in helle Panik. Aus der Sicht der Kampfrinderzüchter, Arenenbetreiber, Bediensteten und schließlich Konsumenten der Blutspektakel mussten also so schnell wie möglich Fakten geschaffen werden, die ein weiteres Abbröckeln der Tierfoltertradition verhindern sollte.

    Frankreich (unter der Präsidentschaft von Nicolas Sarcozy, selbst ein Aficionado, kann sich rühmen, als erstes Land der Welt die von Tierschützern als Honte Nationale (National-Schande, in Spanien als Vergüenza Nacional bekannt) bezeichnete Tierquälerei 2011 zum nationalen Kulturerbe erklärt zu haben. Maßgebliche Person war dabei Philippe Bélaval, selbst Aficionado, Direktor der Abteilung des Kultusministeriums und pikanterweise mit Posten im Conseil d'Etat, dem obersten Verfassungs- und Verwaltungsgericht Frankreichs.

    2013 folgte Spanien bzw. die konservative Volks-Partei (Partido Popular) dem französischen Beispiel und deklarierte den Stierkampf zum nationalen Kultur-Erbe. Auf diese Weise hofft die Stierkampfliebhaber - und - nutznießerschaft, demnächst Katalonien den abgewählten Stierkampf wieder aufs Auge zu drücken, es also zu zwingen, sich dem nationalen Kulturdekret unterzuordnen, Corridas wieder in den Arenen abhalten zu lassen. Widerstand gegen ein anerkannt nationales Kulturgut ist in Spanien verboten, auch Demonstrationen dagegen sind illegal. Tauromaquía (Stierkämpferei) kann damit auch ungehindert als Unterrichtsfach in den Schulen gelehrt werden etc.

    Was Kinder anbetrifft, gibt es in Spanien zahlreiche und in Südfrankreich mehrere Torero-Schulen, die u. a. mit Kultur-Etats finanziert werden und in denen sich sogar Kinder ab einem Alter von 7 Jahren zum dereinst publikumswirksamen Berufs-Tierquäler ausbilden lassen können. Ohnehin gehört es in Frankreich zur Normalität, dass man Toreros als Repräsentanten ihres Berufs in den ganz normalen Schulunterricht einlädt, und damit den Stierkampf propagiert und Kinder auf den Geschmack der im Süden des Landes völlig legalen Tierquälerei bringt.

    In Deutschland haben hingegen viele Zeitgenossen und sogar ganze Medienorgane anscheinend immer noch nicht begriffen, dass in Südfrankreich keineswegs nur unblutige Geschicklichkeits-Spielchen mit Rindern jeglichen Alters und beiderlei Geschlechts wie z. B. die Courses Landaises und Camargaises stattfinden. Vielmehr müssen Stiere in einer 4-Stelligen Anzahl jährlich in französischen Arenen ihr Leben qualvoll nach spanischem Modus beenden. Das muss wie auch in Spanien nicht immer der klassisch pompöse Corrida der großen Arenen mit teuren Stieren und ebenso hoch dotierten Toreros sein. Kleinere Städte bzw. Ortschaften (ggf. sogar mit mobiler Arena) können sich oft nur Tiere wie auch Toreros minderwertiger „Qualität“ leisten, bei denen die betroffenen Tiere (z. B. durch schlecht platzierte Stichverletzungen) oft noch mehr leiden müssen als in den als großartig propagierten „Kämpfen“.

    Wesentlich für das breite Publikum ist offensichtlich nicht nur die rituell ablaufende und viel besungene Corrida mit teuren Eintrittskarten. Vielmehr steht innerhalb wie außerhalb von Arenen (z. B. auf Dorfplätzen) oft die reine Tierquälerei im Vordergrund, die ja ggf. auch in Form eines Freistil-Gemetzels stattfinden kann, bei der jede(r) z. B. die Möglichkeit hat, sich mit Küchenmessern oder sonstigen Schneide- und Stechgeräten als Hobby-Torero zu versuchen wie etwa bei einer Becerrada (als Festlichkeit deklariertes lustiges Kälber-Erstechen.

    Der Erfindungsreichtum von Menschen in punkto Tierquälerei und die Geschmacklosigkeit, derartiges Geschehen als Kultur und/oder erhaltenswerte Tradition zu bezeichnen, kennt keine Grenzen wie in zahlreichen Fiestas Sangrientas (Blutfesten) wenigstens in Spanien an verschiedensten Orten sichtbar wird, bei denen Tiere verschiedenster Art – am liebsten jedoch Rinder – gefoltert und umgebracht werden.

    Einen Gipfel an wahrhaft satanischer Grausamkeit stellen dabei die Varianten des Toro jubilo (Jubelstier) bzw. Toro embolado (Stier mit Feuerbällen auf den Hörnern), bei denen der zunächst gefesselte Stier schließlich angezündet wird. Einen Versuch in dem französischen Pyrenäendorf Festibanyes als spanisches Gastgeschenk den Feuerstier von Medinaceli  nachzumachen, scheiterte zum Glück am vielfachen Protest zahlreicher Franzosen.

    Die Thematik ist so widerlich, dass man sich permanent schämen muss, der menschlichen Spezies anzugehören. Joaquin Phoenix, der Sprecher des Dokumentarfilmes Earthlings hat es treffend so ausgedrückt: „Das systematische Quälen und Töten von empfindungsfähigen Wesen zeigt den tiefsten Punkt an Würdelosigkeit, den die Menschheit erreichen kann.“

    Gerhard Heybrock

  • Über die abscheulichen EU-Subventionen für den Stierkampf

    Niemals zuvor hatten Politiker der Grünen so viel Unterstützung, um EU-Subventionen für Stierkämpfe endlich zu beenden. Über 80.000 Unterschriften innerhalb einer Woche! Vielen Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer! Diese Unterschriften haben den Druck auf alle EU-Abgeordneten noch einmal erhöht und eine Mehrheit der Parlamentarier sogar überzeugt.

    Leider bewegt das Leid der Tiere nicht auch ebenso die meisten Abgeordenten der Sozialdemokraten und jene von CDU/CSU, denn in der entscheidenden Abstimmung stimmten Sozialdemokraten und Konservative gegen die Initiative der Grünen. Mit 323 Stimmen für den Antrag der Grünen und 309 dagegen konnte erstmals eine einfache Mehrheit im Plenum gewonnen werden. Allerdings fehlten am Ende wenige Stimmen zur notwendigen absoluten Mehrheit von mindestens 376 Stimmen.

    Damit hat das Europäische Parlament am Mittwoch, den 22. Oktober 2014, erneut die Chance verpasst, die Subventionierung von Stierkampf durch die Europäische Union zu beenden. Die Gelder werden daher traurigerweise weiterfließen. Laut einer Studie aus Spanien handelt es sich um 130 Millionen Euro im Jahr an spanische Viehzüchter, die ihre Stiere für den Einsatz beim Stierkampf züchten.

    Klar ist aber auch: Das knappe Abstimmungsergebnis gibt den Stierkampfgegnern im EU-Parlament politischen Rückenwind und sie werden sich weiterhin dafür einsetzen, die notwendige Mehrheit bei der Abstimmung über den EU-Haushalt 2016 im nächsten Jahr zu erreichen. Dafür haben sie im nächsten Jahr einen deutlichen Vorteil: Für das Votum hatten sie eine namentliche Abstimmung verlangt und die hier einsehbare Namensliste gibt ihnen nun Aufschluss darüber, wer mit ihnen und wer gegen den Antrag der Grünen gestimmt hat. Bis 2016 gilt es demnach noch 53 weitere EU-Abgeordnete zu überzeugen. Das könnten zum Beispiel einige der 58 Abgeordneten sein, die sich enthalten haben oder der 61 Abgeordneten, die nicht an der Abstimmung teilnahmen. Mit deren Hilfe könnte endlich eine ausreichende Mehrheit gewonnen werden, um diese abscheulichen Subventionen abzuschaffen.

    Quelle:
    Bas Eickhout - für die Grünen im Europäischen Parlament

    In nachfolgender Email versucht die SPD-Abgeordnete Maria Noichl  uns Stierkampfgegnern Ihr Stimmverhalten für eine Fortführung dieser EU-Subventionen für den Stierkampf zu erklären und schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für Ihr Schreiben zum Änderungsantrag von Herrn Eickhout, der heute im Plenum in Straßburg abgestimmt worden ist. Gerne möchte ich Ihnen mit dieser E-Mail mein Stimmverhalten erklären.

    Ich kann Sie in gewisser Weise beruhigen: In der Europäischen Union existieren keine spezifischen Fördermöglichkeiten für die Haltung von Kampfstieren. Die Direktzahlungen der Europäischen Union an die landwirtschaftlichen Betriebe sind in erster Linie flächengebunden und werden unabhängig von der entsprechenden Bewirtschaftung oder den Tieren, die auf den Flächen weiden, gezahlt. Hier gibt es lediglich zwei Ausnahmen:

    1) Vor der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) existierte die sogenannte Rinderfleisch-Sonderprämie, welche an Landwirte mit einer männlichen Rinderhaltung gezahlt wurde. Diese Prämie wurde aber von den meisten Mitgliedstaaten seit 2005 entkoppelt, d.h., dass auch hier flächengebunden gefördert wurde. Die entsprechenden Fördergelder wurden bisher nur in den Mitgliedstaaten Dänemark, Slowenien und Schweden ausgezahlt. Nach Aussagen der EU-Kommission wurden mit den Zahlungen dieser Prämie keine Kampfstiere gefördert.

    2) In der aktuellen GAP-Politik existiert lediglich die Prämie für die Erhaltung des Milchkuhbestandes (Mutterkuhprämie), welche an Landwirte gezahlt wird, die zum Beispiel Kälber für die Fleischerzeugung halten (Artikel 109 und 111 von der VO (EC) 72/2009). Auch diese Zahlungen werden ab 2015 eingestellt.

    Der Änderungsantrag von Herrn Eickhout betrifft die Haushaltszeile der ersten Ausnahme, die der Rinderfleisch-Sonderprämie. Leider ist mir aus den oben ausgeführten Gründen nicht klar, inwiefern durch dieses Instrument Kampfstiere gefördert werden sollen. Daher habe ich mich auch gemeinsam mit meiner Fraktion dazu entschlossen, diesen Antrag mehrheitlich nicht zu unterstützen. Im Europäischen Parlament haben sich uns fast alle anderen Fraktionen angeschlossen. Der Änderungsantrag wurde dadurch abgelehnt.

    Leider muss ich Sie an dieser Stelle darüber informieren, dass der Änderungsantrag von Herrn Eickhout jedes Jahr aufs Neue bei den Budgetverhandlungen vorgeschlagen wird. Wie Sie sehen, ist dieser Antrag auf falschen Annahmen begründet und wirkt daher ein Stück weit populistisch. Es gibt glücklicherweise keine Programme in der Europäischen Agrarpolitik, welche auf die Förderung von Kampfstieren zielen.

    Dass in der GAP „Gemeinsame Agrarpolitik“ vieles im Argen liegt ist mir klar. Ich bin selbst Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und kenne den Bereich sehr genau. Immer noch setzt die EU auf die einheitliche Flächenförderung und fördert sozusagen mit der Gießkanne. Egal ob auf der Fläche ein Kampfstier steht oder Gänse gestopft werden. Die SPD-Gruppe im Europäischen Parlament hat deshalb letztes Jahr diese Art der Förderung abgelehnt und gegen die GAP-Reform gestimmt.

    In unserer politischen Arbeit ist es wichtig, gründlich und transparent zu arbeiten. Daher war es mir ein Anliegen diese Informationen mit Ihnen zu teilen. Ich werde mich zukünftig für eine tiergerechte Landwirtschaft und eine punktgenaue Förderung einsetzen. Änderungsanträge wie von Herrn Eickhout helfen dabei leider wenig.

    Die ebenso in der heutigen Sitzung abgestimmte Resolution zum Haushaltsjahr 2015 enthielt einen Änderungsantrag, der sich dafür ausspricht generell keine finanziellen Mittel für den Stierkampf einzusetzen, da dies gegen die Tierschutzkonvention verstößt. Diesen habe ich gerne unterstützt.

    Wenn Sie noch weitere Fragen haben, antworten Sie bitte auf diese E-Mail oder kontaktieren Sie anderweitig meine Büros. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Maria Noichl

    Und hierzu abermals ein grossartiges Statement von Herrn Prof. Klaus Hamper:

    Werte Frau Noichl,
    selten habe ich eine so törichte Antwort von einem Politiker-Darsteller gelesen wie diese von Ihnen. Nein, Sie brauchen uns nicht „in gewisser Weise“ zu beruhigen, dass es keine „spezifischen“ Fördermöglichkeiten für die Haltung von Kampfstieren gibt. Das wissen wir so gut wie Sie. Die vorhandenen „allgemeinen“ Fördermöglichkeiten reichen voll und ganz aus. Und genau das ist die Krux mit diesem jämmerlichen Euro-Subventionssystem, dass es auf dem Papier immer hübsch aussieht und eigentlich doch etwas ganz anderes bewirkt. Besonders schändlich ist dabei, dass es sich auch hier um einen Selbstbedienungsladen der Europarlamentarier handelt.

    Dass in Europa Böcke gern zu Gärtner gemacht werden, ist bekannt. Dass Sie sich jedoch ohne Not vor diesen Karren spannen lassen und kräftig mitziehen, ist bemerkenswert. Ihr fehlender Sachverstand ist dabei - wie bei Ihresgleichen üblich - nicht hinderlich. Nur ein kleines Beispiel: Gänse werden nicht auf „Flächen“, sondern in engsten Käfigen in überfüllte Hallen „gestopft“, das weiß jeder, der sich nur minimal mit der Materie beschäftigt hat. Sie als SPD-Mitglied gehören offensichtlich nicht dazu. Und dass Ihnen in dem Zusammenhang „Kampfstiere“ und „gestopfte Gänse“ (beides Ausdruck massiver Tierquälerei) als Beispiel für die ungerichteten EU-Subventionen so flüssig und ohne weiteren Kommentar von den Lippen gehen, zeigt, wo Sie emotional bzw. empathisch stehen. Dass Ihnen weiterhin nicht klar ist, inwieweit durch die Prämienzahlungen auch Kampfstierzuchten massiv gefördert werden, spricht Bände über Ihr Vermögen, eins und eins zusammenzuzählen. Aber für die Mitgliedschaft im „Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung“ reicht es offensichtlich.

    Aus welcher wunderlich realitätsbefreiten Wahrnehmung Sie weiterhin ableiten, dass sich Ihnen „fast alle anderen Fraktionen“ angeschlossen hätten, teilen Sie uns nicht mit. Der Antrag von Herrn Eickhout hat doch immerhin eine Mehrheit (323 Ja-Stimmen bei 309 Nein-Stimmen und 58 Enthaltungen) erhalten. Es wurde lediglich die nötige absolute Mehrheit von 376 Stimmen um 53 Stimmen verfehlt.

    Nein, Frau Noichl, das, was Sie uns da so hochtrabend als „Transparenz“ verkaufen wollen, ist die übliche EU-Verdummung der Bürger. Machen Sie nur weiter so. Sie werden wahrscheinlich auch dann noch von keinem noch so geringen Selbstzweifel beleckt werden, wenn die Wahlbeteiligung demnächst auf 30% abgesunken sein wird und die Europa-kritischen Parteien weiteren massiven Zulauf erhalten.

    Und um auf die eigentliche Kulturschande Stierkampf zurückzukommen: Lesen Sie doch einfach einmal die exzellente Zusammenstellung von Herrn Gerhard Heybrock sowie auch die Ausführungen auf www.sos-galgos net unter nachfolgendem Link:
    "Tradition der Grausamkeit - Wenn Kälber zu Tode gefoltert werden"

    Vielleicht ahnen Sie dann wenigstens ein bisschen, was für ein Verbrechen Sie mit Ihren inhaltsleeren Worthülsen relativieren. Dieses Verbrechen in der Öffentlichkeit publik zu machen, das hätte etwas mit Transparenz zu tun, der Sie sich ja angeblich so sehr verpflichtet fühlen. Nach dem, was Sie in Ihrer Antwort-Mail von sich gegeben haben, muss man jedoch davon ausgehen, dass Ihnen die Bedeutung dieses Begriffs völlig unbekannt ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Prof. Dr. Klaus Hamper


    (Die oben von Herrn Prof. Hamper erwähnte und exzellente Zusammenstellung von Herrn Gerhard Heybrock über die Kulturschande des Stierkampfes folgt im morgigen Beitrag)

  • Kommentare ohne Bezug auf die Thematik eines Blog-Eintrags

    Liebe Leser und Freunde dieses Blogs,
    betreffs des Blog-Eintrages vom 25.09.2014 "Für die Tiere hat der Teufel keinen Klumpfuß und keine Hörner, sondern eine Menschenfratze",
    erfolgten seit dessen Veröffentlichung bisher über 40 Kommentare und Wortmeldungen.

    So sehr ich mich auch immer über jeden einzelnen Kommentar freue, insofern sich der Kommentator bzw. die Kommentatorin zum entsprechenden Tierschutzthema äußert und sich hierbei mit den betroffenen und leidenden Tieren solidarisiert, so ist es leider weniger gut und begrüssenswert, wenn hinsichtlich zahlreich verfasster und erfolgter Kommentare in einem Beitrag am eigentlichen Thema vorbeigeredet wird und stattdessen ein Schlagabtausch sich gegenseitig widersprechender Ansichten und Positionen erfolgt und dementsprechend solcherlei Diskussionen mit dem Eintrag und veröffentlichten Artikel letztlich nicht mehr das mindeste zu tun und zu schaffen haben.

    Andererseits darf mir selbstverständlich auch jeder Blog-Leser und jede Blog-Leserin stets und herzlich gerne auch einmal meinen Kopf waschen, also mir seine konträre Meinung mitteilen und mir als Blog-Betreiber und Tierfreund seine möglicherweise aus völlig anderem Holz geschnitzten Auffassungen und Überzeugungen  an meine "hohle Birne" klatschen. Jeder - der es auch nur im entferntesten wünscht und dem danach zumute ist - darf und sollte sich getrost über alles zu äußern wagen, was ihm hier oder an anderer Stelle unter seinen Nägeln brennt. Und wenn ich aus Zeitgründen auch nicht auf jeden veröffentlichten Kommentar zu antworten vermag bzw. mich zu einem Antwortkommentar nicht herausgefordert fühle oder ein solcher nicht erforderlich ist, so wird dennoch jeder Kommentar nicht nur gelesen und zur Kenntnis genommen, sondern - insofern er kein tierfeindliches oder speziesistisch verseuchtes Gedankengut beinhaltet - auch freigeschaltet und veröffentlicht.

    Um jedoch zukünftig dem Problem vorzubeugen, dass Kommentare und Statements erfolgen, die - wie bereits schon anfangs erwähnt - der eigentlichen Thematik eines Blog-Artikels weder entsprechen noch gerecht werden, eröffne ich hiermit für solcherlei Kommentare und Wortmeldungen sozusagen einen extra hierfür vorgesehenen Thread, in welchem Ihr Euch über alles äußern könnt, was nicht direkt zum Thema eines Blog-Artikels passt und dementsprechend hier in diesem Blog-Eintrag "Kommentare ohne Bezug auf die Thematik eines Blog-Eintrags" gut aufgehoben und platziert ist.

    Und selbstverständlich ist mir klar und bewusst, das aus verschiedenerlei Gründen dennnoch immer wieder Kommentare erfolgen werden, welche inhaltlich am jeweils betreffenden Thema vorbeisegeln und gänzlich andere Aspekte berühren und im Blick haben. Aber dies ist weder schlimm noch tragisch, denn in solcherlei Fällen nehme ich mir zukünftig die Freiheit heraus, derartige Postings einfach in diesen hierfür eröffneten Thread zu verschieben.

    In der Hoffnung auf Euer Verständnis und mit tierliebenden Grüssen - Euer Wolodja

  • Delfinarien schließen, denn artgerecht ist nur das Meer

    Animal Public e.V. überreichte 18.555 Unterschriften gegen Delfinarien :

    Passend zur Urlaubszeit haben animal public und das Kosmetikunternehmen Lush im Juli diesen Jahres die „BORN TO BE FREE“ Kampagne für eine Welt ohne Delfinarien gestartet. In 33 deutschen Städten fanden zeitgleich Mahnwachen statt, um auf das Leiden von Delfinen in Gefangenschaft aufmerksam zu machen. Vier Wochen lang wurden Unterschriften für die Schließung der letzten beiden deutschen Delfinarien im Tiergarten in Nürnberg (Bayern) und im Zoo Duisburg (NRW) gesammelt. Die Resonanz auf die Aktion war so positiv, dass die Protestpostkarten innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren und mehrmals nachgedruckt werden mussten. Zusammen kam bisher die unglaubliche Zahl von 18.555 Unterschriften zusammen.

    Vergangene Woche hat animal bublic diese erste Hälfte der Unterschriften an Peter Knitsch, dem Staatssekretär des Umweltministeriums in NRW überreicht. Aufgrund des großen öffentlichen Drucks hat sich auch der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel mittlerweile an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt gewandt und ihn aufgefordert, sich für ein Auslaufen der Delfinhaltung einzusetzen. Auch Staatssekretär Knitsch betonte bei der Unterschriftenübergabe, er halte es aus Tierschutzgründen für sinnvoll, auf die weitere Zucht von Delfinen zu verzichten.

    Rumänien: Soldaten sollen Bären jagen

    In dem Balkanstaat gibt es immer mehr Braunbären, auch in der Nähe von Ortschaften. Dort werden sie oft von Müll angelockt und deswegen hat nunmehr ein rumänischer Politiker diesen Bären im Balkanland den Krieg erklärt: "Spezialisierte staatliche Institutionen wie die Polizei und sogar die Armee" müssten in den Kampf gegen die Problembären miteinbezogen werden, erklärte daher Csaba Borboly, der Präsident der transsilvanischen Teilregion Harghita. Ende September hat die Regierung in Bukarest die Bärenabschussquote fürs kommende Jahr neu festgelegt. Danach ist es 2015 erlaubt, 550 Bären zu töten. zwei Drittel mehr als 2012. Rumänien hat nach Russland die zweitgrößte Bärenpopulation in Europa: Zwischen 6.000 und 8.000 der Tiere leben dort, besonders viele in Transsilvanien. "Bären müssen als Naturkatastrophe gesehen werden, so wie Überschwemmungen und Waldbrände", sagte Borboly. Das Problem sei außer Kontrolle geraten.

    Tierschützer sind entsetzt, denn Braunbären sind Teil des natürlichen Ökosystems und gehören zu den streng geschützten Tierarten. Gemäß der Berner Konvention dürften sie weder gestört noch gefangen, getötet oder gehandelt werden. 1993 hat Rumänien diesen völkerrechtlichen Vertrag des Europarates ratifiziert. Aber bei Bären haben Politiker eine Grauzone aufgetan: Gefährden die Tiere Menschen, dürfen sie abgeschossen werden, womit wieder einmal klar und deutlich wird, dass letztlich unschuldige Tiere für das Versagen und verantwortungslose Handeln der Spezies Mensch mit ihrem Leben bezahlen müssen, denn der Lebensraum der Bären schwindet einzig und allein durch die radikale Abholzung der Wälder, so dass sie schliesslich auf der Suche nach Nahrung bis in menschliche Siedlungen vordringen und als hungrige Bären letztlich von Abfällen und Speiseresten regelrecht angelockt werden.

    Aber nicht nur Rumänien hat diesen Bären den Krieg erklärt, sondern auch deutsche Jäger scheinen scharf auf diese Bären zu sein. Einer der größten Anbieter von Jagdreisen nach Rumänien ist Westfalia aus Mönchengladbach. Auf ihrer Internetseite wirbt das Unternehmen mit einem sechstägigen Jagdausflug, alles inklusive für 2.120 Euro. Bis auf den geschossenen Bären selbst: Der kostet extra, je nach Größe und Gewicht. Für 16.100 Euro darf man einen großen, schweren Braunbären erschießen. Einen kleineren schon ab 5.750 Euro. Mit diesen bzw. ähnlichen Preisen werben aber auch noch andere Firmen in Deutschland für diese Jagdreisen nach Rumänien.

    Quelle: www.taz.de

  • Bestürzende Fakten aus dem Fleischatlas 2014

    Auch während der Produktion verenden schon viele Tiere: Etwa 20 Prozent der Zuchtschweine sterben bereits vor dem Schlachthof. Bei Rindern sind es fast zehn Prozent.

    stars2

    Von den 55 Ferkeln, die eine Zuchtsau in ihrem Leben durchschnittlich bekommt,
    sterben vierzehn bereits vor der Schlachtung.

    stars2

    In ärmeren Ländern werden Tiere so vollständig wie möglich verzehrt.
    In Deutschland ist das anders: Hier liegt der Anteil nur zwischen einem und zwei Drittel.

    stars2

    Fleisch und Wurst für die Tonne:
    4,3 Kilogramm Fleisch pro Jahr wirft jeder deutsche Verbraucher im Durchschnitt in den Müll.

    stars2

    Im Laufe seines Lebens verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich 1094 Tiere:
    945 Hühner, 46 Schweine und vier Rinder.

    Quelle: Bund und Heinrich-Böll-Stiftung

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.