szmmctag

  • Metzger, Jäger und Co. (Teil 3)

    Fortsetzung und letzter Teil des Essays von Dr. Gunter Bleibohm :

    Das Problem ist, dass die Menschheit die Tierwelt in all ihren Formen, in ihren Arten ausdrücklich erhalten will, um den Status des permanenten Vernichtungskrieges, eine Art Fließgleichgewicht des Schreckens, gegen sie aufrecht erhalten und weiter führen zu können. Dieses Wollen resultiert im Kern aber aus den rein ökonomischen Interessen der Touristik-, Waffen- und Tiervermarktungsindustrie mit der hintergründigen Absicht, dass nachkommende Generationen am kostenlosen Selbstbedienungsladen Natur dauerhaft weiter verdienen und sich delektieren können.

    Im modernen Sprachgebrauch - als ethisches Postulat vorgeschoben - nennt man es Artenschutz, wobei  Artenschützer in der Regel Leute sind, man denke nur an Betreiber von Tierparks und Zoos, die der Ethik und dem Tierschutz meist gleichgültig gegenüber stehen; Nutztiere, deren Art nicht bedroht ist, sind ihnen normalerweise nicht erwähnenswert. Tiervernichtungskrieg als organisierte Unterhaltungs-Industrie der kanalisierten Menschenaggression, mit gemeinnützig staatlicher Förderung und gewollter Ablenkungswirkung für die Massen, rundet das Bild. Die Formen der Ausbeutung in diesem Sektor reichen vom Reitsport und Hundeschlittenrennen bis zu den Tötungssportarten des Angelsports, der Sportfischerei und des Stierkampf als kulturelles Erbe.

    In der Massenmenschenwelt, in einer Welt der Menschenmassen mit ihren genormten Denkkategorien, werden freie Geister, denen diese Zusammenhänge, Abläufe und Konsequenzen bekannt und bewusst sind, bestenfalls ignoriert, zunehmend aber nicht mehr verstanden. Die gesellschaftlich akzeptierte Massenmeinung des Geistesproletariats ist die gültige, ist die herrschende, verbindliche Meinung. Denken und Handeln barbarisiert und nivelliert sich, proportional zum Anwachsen der Menschenmassen, auf einer Stufe niedrigsten Niveaus – des kleinsten gemeinsamen intellektuellen Nenners.

    Die fehlende Sicht auf alle Lebensformen zeigt, dass eine Höherentwicklung im Denken und Erkennen nicht stattfindet, würde doch eine Höherentwicklung das Wollen bedeuten, das Leid aller Lebewesen zu mildern, nicht hingegen nur die Milderung des Leides beim Menschen, erkauft mit unsäglicher Verstärkung des Leides der übrigen Lebewesen. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Geisteshaltung und Grundhaltung wird zusätzlich durch eine Quelle gespeist, die Sigmund Freud in seiner Schrift vom „Unbehagen in der Kultur“ ausgeführt hat; R. Safranski hat nachstehende Kernpunkte subsumiert.

    Der Mensch als Individuum unterliegt einer dreifachen Bedrohung, nämlich dem Verfall des eigenen Körpers, Angriffen der Außenwelt und Gefahren im weitesten Sinne aus der Beziehung zu anderen Menschen. Um sich gegen diese Gefahren zu wappnen, hat er im Laufe seiner Geschichte kulturelle Lebensweisen entwickelt, die ihm Schutz gewähren, die ihm Sicherheit verschaffen. Naturbeherrschung, Bekämpfung von Krankheiten, leben in sicherer Gemeinschaft, Bändigung von Kriegsgefahren sowie lebenserleichternde Annehmlichkeiten wie Heizung, Auto, Telefon etc., definieren die Eckpunkte des kulturellen Rahmens.

    Freud stellt fest, dass diese Kultur wiederum selbst Quelle von Leid werden kann und kein dauerhaftes Glück mit sich bringt, welches nur im Inneren des Individuums gefunden werden kann. Das Innere des Menschen wird jedoch von einem permanenten Kampf zwischen Eros und Thanatos, zwischen Sexuallust und Todestrieb bzw. Destruktionstrieb, bewegt. In jeder fortgeschrittenen Kultur muss jedoch bei beiden Trieben auf eine hemmungslose, ungehinderte Triebbefriedigung verzichtet werden, d.h. sowohl Sexualtrieb als auch Destruktionstrieb können nur partiell und zum geringen Teil ausgelebt werden. Da beide Triebe aber immanenter Bestandteil des Individuums sind, kann kein Trieb ausgeschaltet und zum Verschwinden gebracht werden, muss also, um ausgelebt werden zu können, sublimiert werden. Speziell beim Destruktionstrieb ist diese Umlenkung, dieses Verschieben in andere Befriedigungskanäle durch bestimmte Regularien gesellschaftsfähig geworden. Feindbilder, ethnische Minderheiten, Randgruppen und zunehmend auch dem herkömmlichen Weltbild widersprechende ethische Minderheiten dienen als Ventil, auf welche sich Hass und Ablehnung konzentrieren können, sollen, dürfen und müssen.
     
    Die Aggressionsenergien des Destruktionstriebes liegen somit im ständigen Kampf mit dem Gewissen, das eine Verletzung gesellschaftlicher Normen aus Angst vor Ächtung in Schranken hält. Hieraus resultiert eine dauerhafte Selbstqual im Individuum, da die vom Gewissen behinderten Triebe, zumindest zeitweise, nach Entladung suchen. Gesucht ist somit das gesellschaftliche, vom Weltbild der herrschenden Kultur abgedeckte Feld, auf dem die Triebentladung stattfinden kann und darf, ist doch, wie Freud feststellt, "das Glücksgefühl bei Befriedigung einer wilden, vom Ich ungebändigten Triebregung unvergleichlich intensiver als das bei Sättigung eines gezähmten Triebes. Die Unwiderstehlichkeit perverser Impulse, vielleicht der Anreiz des verbotenen überhaupt, findet hier eine ökonomische Erklärung". Waren es in der Geschichte die regelmäßig stattfindende Kriege, die zur Abarbeitung des Destruktionstriebes dienten, sind es heute Autobahnrasereien, in seltenen Fällen Wirtshaushändel, in regelmäßigen Fällen aber Jagdgesellschaften.

    Die Jagd ist das heutige Ersatzmittel kriegerischer Auseinandersetzungen, die geförderte, tolerierte und anerkannte Form der Triebentladung, die staatlich gewollte, kirchlich abgesegnete Kanalisierung des individuellen Destruktionstriebes. Die Jagd als Triebentladung, das Gefühl über ein anderes Wesen total verfügen zu können, das sadistische Auskosten der Ohnmacht der Opfer, ist in Friedenszeiten die letzte Möglichkeit, als Bürger ungestraft morden zu dürfen.

    Dr. Gunter Bleibohm

  • Metzger, Jäger & Co. (Teil 2)

    Fortsetzung des gestrigen Beitrags

    Von Dr. Gunter Bleibohm

    Das geschilderte religiöse Fundament versuchen die Glaubenskonstrukteure zusätzlich mit der irrwitzigen Behauptung zu zementieren, der Mensch sei das letztendliche Ziel der Schöpfung, der Welt, der eine große Sinn des Universums. Diese hybride Vorstellung wurde von der Philosophie immer wieder ad absurdum geführt, ist sie doch als der eine große Unsinn im Universum entlarvt. Kant sah die Kernfragen der Metaphysik, nämlich die Frage nach dem Weltanfang, nach dem Sinn des Weltganzen und der Unsterblichkeit der Seele mit der Vernunft und Logik als unbeantwortbar, als nicht verifizierbar, an.

    Der christlich geprägte metaphysische Rahmen, der das vollständig anthropozentrisch geprägte Weltverständnis nicht nur der westlichen Hemisphäre bildet, wird somit zusammenfassend von folgenden Säulen getragen:

    • Die Hierarchie aller Existenz beginnt mit Gott, besitzt als Mittelbau den Mensch und dieser ist wiederum dem Leben der gesamten Natur übergeordnet, das dem Menschen zu seinem Nutzen zur Verfügung gestellt wurde. Der angebliche Gottesbefehl hierzu lautet: "Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben." (Gen 9, 1-3)
    • Der Mensch ist das Ebenbild Gottes.
    • Nur der Mensch besitzt eine unsterbliche Seele und kann ewiges Leben erhoffen.
    • Nur dem Menschen ist tiefgreifende Begabung zur Vernunft gegeben.
    • Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, ihr letztendliches Ziel und ihm ist eine Würde immanent, die vorrangig vor jeder anderen Lebensform steht.

    Vor dem Hintergrund dieser metaphysischen Grundaxiome ist das heutig gültige, profane, weltliche Denkmuster zu betrachten, welches als Transformator der metaphysischen Vorgaben auf das tägliche Leben wirkt. Sigmund Freud beschreibt das Gesagte in folgenden Zeilen: "Eine besondere Bedeutung beansprucht der Fall, dass eine größere Anzahl von Menschen gemeinsam den Versuch unternimmt, sich Glücksversicherung und Leidensschutz durch wahnhafte Umbildung der Wirklichkeit zu schaffen. Als solchen Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt".

    Der Kapitalismus mit seinen exzessiven Auswirkungen wird getragen von einer rein wirtschaftlich orientierten Scheindemokratie – mit zunehmend deutlichen Tendenzen zur Oligarchie und Ochlokratie -, was als Konsequenz zu exorbitantem Tiermissbrauch, Tierausbeutung und Massenvernichtung allen nicht-menschlichen Lebens führt.
     
    Ein weltweiter Speziesismus, ein Artenrassismus ohnegleichen, ein Vernichtungsfeldzug, der alles bisher Dagewesene an Verbrechen, Gemetzel und Ausbeutung der Tierwelt in der Geschichte um Größenordnungen hinter sich lässt, hat seine moralische Rechtfertigung durch archaische religiöse Vorstellungen erhalten.
    Das Gleichheitsprinzip und Selbstverwirklichungsrecht, für die menschliche Spezies durch Menschenrechte, Religionsfreiheit und humanistische Ideale repräsentiert, wird nicht-menschlichen Lebensformen strikt verweigert. "Seit Darwin sollten wir nämlich wissen, dass es biologisch und psychologisch zwischen Menschen und Tieren keinen prinzipiellen, sondern lediglich einen graduellen Unterschied gibt. Wenn wir auf dieser Grundlage das fundamentalste moralische Prinzip, das Gleichheitsprinzip, anwenden, ergibt sich der richtige Umgang mit Tieren fast automatisch: Wir schauen, welche Interessen Tiere haben und nehmen diese Interessen dann gleich ernst, wie wir vergleichbare menschliche Interessen ernst nehmen. Zweierlei wird augenblicklich klar: Wir treten das fundamentale moralische Gleichheitsprinzip mit Füßen. Und wir verüben unvorstellbare Verbrechen an Tieren" fasst Kaplan diesen Tatbestand zusammen.

    Im Zusammenwirken zwischen Politik und christlicher Ideologie ist ein Weltbild entstanden, das zu einer Verwahrlosung des sittlich-moralischen Empfindens und insbesondere des Rechtsbewusstseins geführt hat; angesichts der maßlosen Verbrechen muss von einer totalitären Metaphysik gesprochen werden.

    Es hat eine Vergesellschaftung des Grauens, des Unrechts stattgefunden, das zwischenzeitlich ohne weitere Hinterfragung als Recht und rechtens verinnerlicht wurde, da Staat und Kirche die klare Botschaft aussenden: "Tiere sind nicht wichtig, ihr könnt mit Tieren weiterhin so verfahren wie bisher" und Kaplan fährt fort: "Die Schuld der Kirchen am Elend der Tiere ist also eine zweifache: Weltanschaulich liefern sie die Grundlage für die Verbrechen an Tieren. Und politisch schweigen sie zu den Verbrechen an Tieren. Wer aber Verbrechen verschweigt, macht sich mitschuldig an diesen Verbrechen".

    Die Mordmaschinerie, industriell perfektioniert, bürokratisch verwaltet, logistisch bis auf den letzten Bauernhof durchgeplant, gesetzlich geregelt, ja gesetzlich und kirchlich gewollt, ermöglicht es dem Normalbürger ein reines Gewissen zu behalten. Er sieht sich frei von Schuld, frei von Verantwortung, er kann nach außen wie nach innen, sich selbst gegenüber, widerspruchsfrei handeln. Die Glaubensbereitschaft an die gemeinsamen, deckungsgleichen Botschaften von Religion und Staat machen ihn zum Erfüllungsgehilfen eines entsetzlich blutigen, grausamen Weltbildes, liefern ihm die Rechtfertigung, die Moral und Ethik für eine Unkultur der Vernichtung.

    Der Metzger, der Pelzhändler, der Jäger, jeder Tierausbeuter schlechthin, unterliegt somit keiner Ächtung, ist gesellschaftlich integriert, gilt als Normalbürger, ist angesehen, wird für notwendig und wichtig gehalten. Ausbeutung, Tiermord und Massenhinrichtungen von Tieren sind konform mit dem Wollen des Volkes, sind in seiner Mitte verankert, ein Umdenken scheint ausgeschlossen. Haben sich Tierausbeutung und Tiermord gar durch eine langjährige, oftmals Jahrhunderte alte Tradition verfestigt und sind in volkstümliche Veranstaltungen, genannt seien nur Stierkampf und Zirkus, oder - im schlimmsten Fall - in religiöse Feste und Bräuche  integriert, sind sie im Volksbewusstsein verfestigt und nahezu irreversibel zementiert.
     
    "Die geringe Sittlichkeit der Staaten nach außen, die sich nach innen als Wächter der sittlichen Normen gebärden und die Brutalität im Benehmen der einzelnen, denen man als Teilnehmer der höchsten menschlichen Kultur ähnliches nicht zugetraut hat",  begründet die tiefgreifende Enttäuschung gegen Staat und Religion.
     
    Diese Worte von Freud in einer Abhandlung über Krieg und Tod beschreiben treffsicher das Empfinden einer Minorität von Menschen gegenüber einer perfektionierten Vernichtungsmaschinerie für die Tierwelt. Die Mordmaschine arbeitet pausenlos gegen ihre frei lebenden, bestenfalls durch sogenannten Artenschutz gesicherten, wie auch zur Gefangenschaft gezwungenen und andauernd agrarindustriell reproduzierten Vertreter.

    Fortsetzung und letzter Teil im morgigen Blog-Beitrag .....

  • Metzger, Jäger & Co. (Teil 1)

    Von Dr. Gunter Bleibohm

    Die gefährlichsten Momente der Weltgeschichte waren stets die Zeitabschnitte, in denen es einer Einzelperson oder strukturierten Gruppierungen gelang, sowohl die Machthaber als auch die Schlüsselfiguren des Volkes hinter einem gemeinsamen Gedanken, einer Idee, einer Ideologie, hinter einem gemeinsamen Weltbild, zu vereinigen. Die Vereinigung konnte eine langsam wachsende sein oder, wie im Fall der Revolution, eine eruptive, eine plötzliche, eine Veränderung, das bisherige Gedankengut wegspülende Flut.
    Waren die Hauptakteure des Staates auf das neue Denken eingeschworen und durch ökonomische Zuwendungen oder machtpolitische Vorteile fest für die Idee gewonnen, konnte die neue Sicht der Dinge der zumeist wirtschaftlich abhängigen Bevölkerung aufoktroyiert werden, gewaltsam oder schleichend.

    Beide Varianten sind durch zahlreiche Vorgänge in den letzten Jahrhunderten mehrfach belegt. Die Französische Revolution als gewaltsamer Umsturz, das Christentum als schleichender Änderungsprozess mögen als Erinnerung genügen. Die schleichende Einführung neuer Denkweisen über mehrere Generationen minimiert einen potentiellen Rückfall in vergangene, überholte Denkmuster, da die jüngsten Generationen mit der neuen Wertauffassung aufwachsen und im Sinne dieser Gedankenwelt erzogen werden. Die Gefahr einer Konterrevolution bei plötzlicher Änderung der Sichtweisen sinkt – nach einer sehr kritischen ersten Phase – gleichfalls auch mit der zunehmenden Anzahl neuer Generationen nach Revolutionsbeginn.

    Sobald die neue, akzeptierte Grundeinstellung sich in der Gedankenwelt der Bevölkerungsmehrheit stabilisiert und verankert hat, wird sie nicht mehr oder kaum noch hinterfragt, wird gelebt, wird als verbindlich und richtig anerkannt, sie ist zur neuen gesellschaftlichen Norm geworden, sie wurde vergesellschaftet. Das ab diesem Wendepunkt gültige Weltbild ist das Gesetz der Herrschenden, des Staates, der Wirtschaft, der Medien, der sozialen Orientierung des Volkes, das herrschende Gesetz ist das Gesetz einer, der allgemein akzeptierten neuen Sinnesart.
     
    Vorstehend skizzierter Ablauf wird aber in seiner Norm nachgerade irreversibel manifestiert, wird das politisch-gesellschaftliche Weltbild mit einem metaphysischen Überbau versehen, der das gesamte tägliche Leben mit seinen vielfältigen Handlungen, Entscheidungen und deren Folgen vor einem religiösen, gar göttlichen Hintergrund rechtfertigt. Um die heutigen Gegebenheiten unserer westlichen Gedankenwelt in die modellhaft gegliederte Weltsicht und stützende metaphysische Rechtfertigung einzuordnen, sei der Gegenstand nachfolgender Ausführungen primär auf den europäischen Kulturkreis, auf die Rolle des Christentums als Hauptbestandteil westlicher Religionen, reduziert.
     
    Der außerordentliche Grad der Denkfähigkeit des Menschen hat ihn in die Lage versetzt, sich von problematischen Lebensraumverhältnissen unabhängig zu machen, sie vielmehr selbst zu verändern und schließlich nahezu ganz zu ignorieren. Damit hat sich der Mensch als gleichsam höheres Wesen buchstäblich über die Natur hinweg gesetzt, sich von ihr und allen darin befindlichen Lebensformen separiert und zum mächtigsten Wesen der Erde entwickelt. Als ein durch Gruppensozialität und Rangordnung grundstrukturiertes und damit geradezu zwangsläufig nach Höherem orientiertes Wesen sieht er sich als legitimen Gesprächspartner höchster Mächte, als Krone und Ziel der Schöpfung, wesensähnlicher seinen gedachten Gottheiten, als den ihm tatsächlich genetisch artverwandten, jedoch in der Rangordnung seiner Werteskala weit unter ihm eingestuften Tieren.

    Dieses Überlegenheitsgefühl, dieses vermeintliche Wissen, dieses göttliche Recht ist ihm zwischenzeitlich im Bewusstsein verankert, wird von ihm nicht mehr hinterfragt – weder individuell noch kollektiv -, wird ihm in Schulen als fundamentale Gegebenheit gelehrt, vorgelebt durch staatliche Gesetzgebung und anerzogen durch überwiegend kritiklose Eltern. Der andere Teil der Lebewesen unserer Erde, vor allem die Tiere nämlich, sind hingegen heute - unterstellt man die gewohnte Sicht des Massenmenschen auf diese Kreaturen - zu belebten Wesen degradiert, zu atmenden Produktionsfaktoren, an denen entweder archaische Instinkte, Perversionen und Grausamkeiten legal ausgelebt werden können, die dem menschlichen Vergnügen dienen - wie bei Jagd, Zirkus, Stierkampf etc.- oder die vorwiegend als nachwachsende Rohstoffe bzw. als Nahrungsmittel zu seinem Nutzen gehalten und vielfach geradezu großtechnisch produziert werden.

    Ursache dieser abscheulichen, jeder Moral und Ethik entbehrenden Denkungsart, ist in erster Linie die unheilvolle Lehre der christlichen Kirche, den Mensch als Ebenbild Gottes zu definieren, ihn gleich hinter Gott einzuordnen, weit vor dem Rest der Natur und insbesondere weit vor der Pflanzen- und Tierwelt. Die Reihenfolge: zuerst Gott, dann Mensch und zuletzt Natur und Tierwelt ist das verbrecherischste Verdikt der gesamten Menschheitsgeschichte! Dem Mitgeschöpf, dem Tier, wird dadurch jedes wirkliche Recht, jedes soziale Empfinden, jede Art von Psyche und nicht von ungefähr vom Christentum auch noch die Seele – als exklusives Geschenk des übermenschlichen Schöpfergottes – abgesprochen. Dieser anthropozentrische Irrsinn kulminiert darin, dass ein vermeintliches Leben nach dem Tod nur den Menschen erwartet, dank seiner unsterblichen Seele; allein der Beweis für diese Behauptung fehlt, konnte und kann nicht erbracht werden. Wird diese Vorstellung noch durch das Argument des alleinigen Besitzes von Vernunft beim Menschen ergänzt, wird die Unlogik und Haltlosigkeit dieser Denkweise offenbar.

    Weder ist in einer Gesamtbetrachtung der Weltgeschichte bei Kriegsgeschehen, Bevölkerungswachstum, Umweltvernichtung und ungehemmter Ressourcenplünderung  überragende Begabung für das seltene Gut der Vernunft feststellbar, noch ist sie bei Einzelbetrachtung ausgewählter Individuen als grundangelegt erkennbar. Senile, schwere Fälle geistiger Behinderung und Demente rangieren oftmals in ihrer Vernunft auf einem Niveau weit hinter hoch entwickelten Säugetieren; auch der nicht explizit betrachtete Teil des homo sapiens zeigt Vernunft meist, wenn überhaupt, nur partiell und/oder temporär. Es ist somit allein der Wahn des Menschen, seine paranoide Hybris, sich als etwas Höheres, Bedeutenderes, Lebenswerteres zu halten; lebensverachtende Theologie hat ihm dieses Empfinden eingeimpft, es ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. "Die Menschen tun das Böse nie so vollständig und begeistert, wie wenn sie es aus religiöser Überzeugung tun" formuliert Umberto Eco diesen Fakt.

    Fortsetzung im morgigen Blog-Beitrag ......

  • Friedrich Mülln stoppt grausame Affen-Experimente in Tübingen

    Mit seiner Kampagne hat es Friedrich Mülln geschafft, dass in Tübingen die Versuche mit Affen eingestellt werden – seither hat aber auch er viele Feinde.

    Das Außengehege der Affen ist gut abgeschirmt. Am Jägerzaun hängt ein Schild, das Aufnahmen jeglicher Art auf dem Gelände des Max-Planck-Instituts verbietet. Erst eine hochstrebende Hecke, dann eine getönte Scheibe am Käfig verhindert den Blick auf die Versuchstiere. "Wir sehen nichts, die alles", sagt Friedrich Mülln und zeigt auf Videokameras am Dach des Geheges. Selbst drei Vogelhäuschen am Wegesrand erscheinen dem Aktivisten verdächtig. "Womöglich versteckte Bewegungsmelder oder Kameras", vermutet der 35-Jährige in der olivgrünen Allwetterjacke.

    Friedrich Mülln ist der Typ Mensch, der entweder gehasst oder verehrt wird. Für seine Gegner ist er ein Verbrecher, der den medizinischen Fortschritt in Deutschland ausbremst und mit unlauteren Mitteln arbeitet. Für seine Fans ist er ein moderner Robin Hood, der so viel für den Tierschutz getan hat wie kaum ein anderer in diesem Land. Und jede Seite glaubt, sie habe recht. Fest steht, dass Mülln und sein Verein Soko Tierschutz eine Kampagne angestoßen haben, die zum Ende der Affenversuche am Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik geführt hat.

    Sie legten Filmmaterial und Notizen vor, Beweise, die die Tübinger Staatsanwaltschaft aufgriff, um wegen des Verdachts auf Tierquälerei zu ermitteln. Der Direktor des Instituts hat in der vergangenen Woche angekündigt, er werde die laufenden Experimente an Affen abschließen und künftig nur noch an Nagetieren forschen. Zu groß sei der Druck auf ihn und seine Mitarbeiter gewesen, zu massiv die Hetz- und Drohbotschaften der radikalen Tierrechtler. Das reichte von Beschimpfungen in Mails bis zu einschüchternden Anrufen. Gegen einige Absender laufen Strafanzeigen.

    "Da im Untergeschoss ist der Folterkeller, da werden die Affen gequält." Mülln ist zurückgekehrt an die Stätte des Leidens, die über Nacht zur Stätte seines größten Triumphes geworden ist. "Es ist ein Etappenerfolg", sagt er in einem nüchternen Ton. Er sei schon zu lange als Tierrechtler unterwegs, um allzu euphorisch zu sein. Auf Siege folgten oft Niederlagen. Kein Verständnis hat Mülln für die "Trittbrettfahrer und Provokateure", die nur Krawall wollten. "Wir verurteilen jede verbale und tätliche Gewalt", das sei absolut kontraproduktiv.

    Mülln steht im Nieselregen vor dem Tübinger Max-Planck-Institut für Kybernetik, feine Tropfen sammeln sich auf dem halb kahlen Kopf, dessen rot schimmernde Stoppelhaare übergehen in einen Vollbart. Die Kapuze der Jacke bleibt trotzdem unten, das bisschen Nässe perlt an Mülln ab wie die Kritik, die er vielerorts zu hören bekommt, wie der Vorwurf, er sei ein fanatischer Agitator. "Der Laboralltag für die Affen ist grausam", sagt er, "sie werden bei den Versuchen stundenlang in schalldichten schwarzen Räumen isoliert, ihnen wird ein Bolzen in den Schädelknochen geschraubt, daran werden sie fixiert."

    Sie hätten gejubelt, als einer ihrer Aktivisten sich als Tierpfleger im Max-Planck-Institut (MPI) einschleusen und dort sechs Monate lang heimlich filmen konnte, mit einer Kamera versteckt in der Kleidung. Entstanden sind Videos von Affen mit blutüberströmten Köpfen, infizierten Wunden, Tiere, die mit Gewalt aus Käfigen gezerrt werden. "Es war Zufall, dass es am MPI klappte, wir haben einige Bewerbungen verschickt", erzählt Mülln, der zeitweise mit nach Tübingen gezogen war. In einer Wohnung in der Altstadt werteten sie abends die Bilder aus, entschieden, so lange zu warten, bis sie genügend Material zusammenhatten.

    Auch Mülln hat sich schon mal als Tierpfleger in ein Affenlabor Zugang verschafft und undercover Szenen von Misshandlungen dokumentiert, die bundesweit Empörung auslösten. Das war 2003 bei Covance in Münster, einem US-amerikanischen Forschungsunternehmen, das Studien für die Pharmaindustrie erstellt. Nach einem längeren Rechtsstreit wurde Mülln zugestanden, die Videos öffentlich zu verbreiten: Das Interesse der Öffentlichkeit an der Aufdeckung von Missständen sei gewichtiger als die durch die Beschaffung der Aufnahmen begangenen Rechtsverletzungen, urteilte damals das Oberlandesgericht Hamm.

    Alle paar Minuten klingelt Müllns Handy, ein hektisches Piepsen wie auf einer Intensivstation, wenn die Geräte Alarm schlagen. Er würgt die Anrufer ab, klickt sich durch die Mails, die ständig eingehen. Bei Mülln laufen die Drähte zusammen, er ist der Gründer von Soko Tierschutz, hat seine Festanstellung als Rechercheur bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten gekündigt, um unabhängiger zu sein. Da habe er zwar bestens verdient, aber viel zu viele Kompromisse eingehen müssen. "Wir stecken unser Geld lieber in ein neues Nachtsichtgerät als in Hotels", sagt Mülln und erzählt von den schlanken Strukturen seines Vereins. Es gebe keinen riesigen Bürokratieapparat, der Spendengeld fresse, aggressives Fundraising lehne er ab, auch ein festes Büro sei nicht nötig. Sie hätten eine angemietete Doppelgarage in Augsburg, wo stapelweise Flyer, Infostände oder Affenkostüme lagerten – alles Utensilien für die Öffentlichkeitsarbeit. Von den 300 Mitgliedern seien 30 aktiv dabei, dazu kämen viele freiwillige Helfer, die vor Ort arbeiteten.

    Mit der Justiz hat Mülln es regelmäßig zu tun, mal erstattet er Anzeige, mal wird er angeklagt. Zu einer Strafe verurteilt wurde er noch nie, wie er versichert. "Verbotenes machen wir nicht, und wir fordern auch niemals dazu auf", sagt er und ist im vergangenen Jahr vom Amtsgericht München sogar von höchster Stelle für sein Engagement gelobt worden. "Setzen Sie sich weiter für den Tierschutz ein", forderte der Richter ihn auf und stellte das Verfahren ein, so hat es die Süddeutsche Zeitung protokolliert.

    Mülln, der schon als Dreizehnjähriger Flugblätter kopierte, um das Korallensterben zu stoppen, und Unterschriften sammelte gegen den Einsatz von Harpunen auf See, bedankte sich. "Ich freue mich, dass Sie das auch so sehen." In München hatte er Ärger am Hals wegen heimlicher Aufnahmen bei einem Hersteller von Bettfedern. Es brauche Menschen wie den Angeklagten, um auf Missstände im Umgang mit Tieren aufmerksam zu machen, gab ihm der Richter noch mit auf den Weg.

    Der Regen ist stärker geworden. Friedrich Müllns Handy hört nicht mehr auf zu drängeln. Mal ist es die Polizei, sein Wagen in Augsburg ist von einem Unbekannten angefahren worden. Dann melden sich zwei Mitstreiter, die in Stuttgart am Hauptbahnhof darauf warten, abgeholt zu werden für die nächste Observation. "Ich muss los, zu einer Legebatterie nach Niedersachsen", sagt Mülln und schimpft darüber, dass die Tiere dort bei Weitem zu wenig Platz hätten und miserabel gehalten würden. Er öffnet seinen Geländewagen, hat im hinteren Bereich verstaut, was er für die Aktion braucht: eine ausziehbare Leiter, Kameras, eine Tarnjacke mit selbst angenähten Fransen aus Stoff- und Sackfetzen, Batterien, eine Stirnlampe. In einem Pappkarton liegen ein paar Äpfel, gammelige Bananen. "Das sind gerettete Lebensmittel, die andere weggeworfen haben", erklärt Mülln, der seit etlichen Jahren vegan lebt.

    Zur nächsten Demonstration Ende Juli will er wieder in Tübingen sein. "Wir müssen ganz genau hinschauen, wie der Ausstieg aus den Affenversuchen verläuft", sagt er, "vielleicht verlagern die ja nur alles an das Partnerinstitut nach Frankfurt." 

    Quelle: www.badische-zeitung.de

  • YES WE CARE 4

    Rede-Beitrag von Tierrechtlerin Daniela Böhm am 16.05.2015 während einer Protest-Veranstaltung gegen Massenmord und Tierquälerei an rumänischen Strassenhunden :

    Angesichts des Elends von Straßenhunden auf der ganzen Welt stellt sich in der heutigen Zeit mehr denn je die Frage über Sinn und Unsinn der Zucht von Rassehunden um des Profites willen. Speziell dann, wenn diese aus Ländern stammen, in denen es eine Überpopulation einheimischer Straßenhunde gibt.
    Im Jahre 2011 wurde in China eine Tibetdogge für 1,1 Millionen Dollar verkauft. Und das in einem Land, in dem Millionen von Hunden für den Fleisch- oder Pelzkonsum auf grausamste Art und Weise getötet werden. Aber der Legende nach besaß Dschingis Khan eine Tibetdogge und Buddha ebenso und deshalb gelten diese Hunde in China als Statussymbol.

    Der Rassismus, den der Mensch den Tieren auferlegt hat, klassifiziert sie in unterschiedliche Abstufungen und zeigt sich nicht nur bei der verallgemeinernden Einteilung in Haustiere und sogenannte Nutztiere. Nein, dieser Rassismus trifft auch ganz besonders den angeblich besten Freund des Menschen. Auf der einen Seite die Streuner, deren Leben nicht einmal einen Dollar wert ist und auf der anderen Seite die Rassehunde, für die oft Unsummen bezahlt werden. Das ist absurd und Rassismus in reinster Form – übertragen auf die Hunde. Würde ein aufgeklärter Mensch heute sagen, dass das Leben eines Kindes aus dem Kongo oder Indien weniger wert oder schützenswert sei, als das eines Kindes aus England oder Deutschland? Nein, ganz sicher nicht, denn dann wäre er ein erklärter Rassist. Aber genau das ist es, was den Straßenhunden auf der ganzen Welt widerfährt und ihnen ihr Leben kostet, auch durch die Tatsache, dass ein Zuchthund einem Streuner vorgezogen wird. Wie viele liebenswerte Seelen suchen dringend ein Zuhause und könnten vor der Tötung gerettet werden, wenn sie jemand adoptieren würde, anstatt einem sogenannten Rassehund den Vorzug zu geben. So aber werden die Straßenhunde zu Leidtragenden eines menschgemachten Rassismus.

    Unzählige rumänische Hunde sind Opfer entsetzlicher menschlicher Gewalt geworden. Natürlich, die Medien und Politiker haben den tragischen Tod des kleinen Jungen im Herbst 2013 instrumentalisiert und verfälscht, das wissen wir mittlerweile. Und sicher, Rumänien ist ein armes Land und hat eine Überpopulation an Straßenhunden. Rumänien hat es aber seit Jahrzehnten versäumt, gezielt Kastrationsprogramme umzusetzen, die einzige Möglichkeit, eine Überpopulation von Straßenhunden einzudämmen. Anstatt endlich zu handeln und sich wirklich zu kümmern, agieren Verantwortliche oder Politiker blind in ihrem Tun und ohne Herz, sind mit mafiösen Strukturen verstrickt oder selbst ein Teil davon – allen voran Bancescu, der Chef der ASPA, der im Februar dieses Jahres absurde Pauschalanschuldigungen gegen ausländische Tierschutzorganisationen von sich gegeben hat.

    Wären Straßenhunde eine schützenswerte Art, so wären viele rumänische Hunde noch am Leben. Gäbe es in Rumänien eine Überpopulation von Yorkshire Terriern oder irischen Settern, hätten diese Massaker nicht stattgefunden. Diese Rassehunde wären gehegt und gepflegt und dann für viel Geld verkauft worden. Aber mit dem Tod von Hunden lässt sich in staatlichen rumänischen Tierheimen bekannter Maßen auch Geld verdienen.

    Nicht nur der Rassismus, sondern auch der Speziesismus ist ein grundlegender Ansatz, der unendlich vielen Hunden in Rumänien, aber auch anderswo, das Leben gekostet hat und kostet – auf oft so grausame Art, dass man sich schämen könnte, der Gattung Mensch anzugehören. Der Speziesismus wird durch den anthropozentrischen Herrschaftsgedanken angetrieben und tritt die Rechte anderer mit Füßen. Dieses menschliche Denkmuster klassifiziert in besser und niedriger, mehr wert oder weniger, schützenswert oder nicht. Der Speziesismus regiert in den Köpfen vieler Menschen und mit erhobener Hand schwingt er sein Zepter bei den Politikern, ob in Rumänien oder anderswo. Brüssel ist eine Hochburg des Speziesismus. Dort sitzt eine EU-Regierung, die bis heute nicht in der Lage ist, in Rumänien einzuschreiten, weil es diesbezüglich kein übergreifendes Gesetz zum Schutz der Straßenhunde gibt.

    Im Vertrag von Lissabon steht, “dass die Mitgliedstaaten den Erfordernissen des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen in vollem Umfang Rechnung tragen” – etwas, das sich für mich angesichts von Abermillionen geschlachteter Tiere sowieso wie blanker Hohn liest. Weiter heißt es dann: „Bestimmte Aspekte des Tierschutzes fallen weiterhin in den Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten – z. B. der Einsatz von Tieren bei Wettbewerben oder die Vorgehensweisen im Zusammenhang mit streunenden Hunden.” Die EU beruft sich im Fall von Rumänien also darauf, dass sie nicht eingreifen kann, weil sie keine Rechtsgrundlage dafür hat. Dann soll sie diese endlich schaffen! Sie schafft sie ja sonst auch für ziemlich unsinnig erscheinende Dinge.

    Doch auch in Rumänien gibt es viele Menschen, denen das Leid der Straßenhunde nicht gleichgültig ist und selbst Bürgermeister, in deren Städten oder Dörfern anders gehandelt wird. Auch viele privat geführte Tierheime kämpfen verzweifelt um die Hunde und ihr Überleben. Hier darf nicht ein ganzes Land verurteilt werden! Verurteilt werden muss aber ein gewissenloser Mob, der seine Wut an unschuldigen Wesen auslässt, verantwortliche rumänische Politiker und Behörden, allen voran die ASPA und eine EU-Regierung, die bis heute nicht in der Lage ist, einzuschreiten.
    Wie wollen wir als Menschen eine friedliche Welt erschaffen, wenn wir nicht einmal in der Lage sind, in Frieden mit jenen zu leben, die über keine Waffen verfügen, die sich nicht wehren können, die nicht für sich sprechen können, jene, die zu den Schwächsten gehören, und deren wirkliche Bedürfnisse und Nöte nicht anerkannt werden. Die getöteten Straßenhunde in Rumänien stehen, wie viele andere Tiere auch, für eine Gesellschaft, die ihnen keinen gebührenden Respekt und Platz als Mitlebewesen auf diesem Planeten einräumt.

    Es ist an der Zeit für ein Umdenken beim Menschen, es ist an der Zeit, dass er seine Alleinherrschaft aufgibt und sich stattdessen kümmert und bekümmert, dass es allen gut geht. Als vernunftbegabtes Wesen, das er sein sollte, trägt er vor allem eines: Verantwortung. Jedes einzelne Lebewesen ist schützenswert, ist mit einem naturgegebenen Recht auf Leben in diese Welt gekommen. Die Gattung Mensch hat dieses Grundrecht nicht allein für sich gepachtet.

    © Daniela Böhm
    wwww.danielaböhm.com

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