szmmctag

  • Das alljährliche Leid vieler Haflinger - und Norikerfohlen

    Ein wenige Monate altes Fohlen tollt fröhlich über eine Almwiese. Einen Tag später hat es sich in ein zitterndes Wesen mit weit aufgerissenen Augen auf einem Pferdemarkt verwandelt. Für die Bauern und Händler nur Fleisch zum Kilopreis. Für uns Tierfreunde allerdings immer noch ein Tierbaby, gerade der Mutter entrissen.

    Deshalb ist Animal Spirit auch in diesem Jahr wieder im Einsatz, um so viele Pferdekinder wie möglich vor dem Schlachthof zu retten. Geschenkt wird ihnen hierbei jedoch nichts, denn die Aktivisten müssen jedes Fohlen freikaufen und diesbezüglich bitten sie um Spenden und rasche, größtmögliche Unterstützung.

    Hinter dem Leid und Elend dieser Jahr für Jahr versteigerten Fohlen steht eine gewissenlose Überproduktion von Haflinger­ und Norikerfohlen. Der Grund dafür ist die „tolle“ Empfehlung, daß Stuten jedes Jahr gedeckt werden und nicht „leer stehen“ sollen. Aber nur ganz wenige der geborenen Fohlen entsprechen den Schönheitsidealen der Zuchtverbände und dürfen am Leben bleiben, weil sie Geld bringen. An die 90 Prozent der übrigen und erst wenige Monate alten Fohlen werden an Viehhändler verschachert, umgebracht und zu „Rösslbraten“, Leberkäse oder Wurst verarbeitet. Kaum geboren, müssen sie schon wieder eines grausamen Todes sterben.

    Es sind Äußerlichkeiten, die über Leben und Tod entscheiden. Die für Außenstehende absurd anmutenden Ideale der Zuchtverbände sind für die meisten Fohlen Todesurteile. Ein kleines Fellabzeichen auf der Stirn oder am Bein genügt, eine zu dunkle Mähne, ein „zu unsportliches Erscheinungsbild“, und ein Fohlen muß sterben. Wie hartherzig und grausam sind Menschen, die sich von solch einem Denken leiten lassen???

    Die Pferdemärkte sind traditionelle Ereignisse, hinter denen viele Besucher nichts Böses vermuten. Im Gegenteil. Hier können sie Pferden oder Eseln ganz nah sein, können sie vielleicht sogar streicheln. Und eben berührte die sanfte Hand eines tierlieben Menschen noch die Stirn eines Fohlens, kann es nur wenige Tage später schon der Bolzenschußapparat im Schlachthof sein. Die Menschen ahnen nicht, was es für die Tiere bedeutet, hier am Pferdemarkt zu stehen und was ihnen danach geschieht und wie viele dieser Pferdekinder direkt vom Markt weg in LKWs verladen werden, die alsbald nach Italien fahren - ins Land der
    Pferdeschlachthöfe.

    Pferdemärkte sind für nichtsahnende Besucher ein Volksfest, für die meisten Pferde jedoch die Pforte zur Hölle! Normalerweise sollte ein Fohlen bis zu einem Jahr bei der Mutter leben. Dann ist es entwickelt genug und die Stute entläßt es ins Leben. Die Fohlen auf den Pferdemärkten sind erst drei bis sechs Monate „alt“, also noch Säuglinge, die ihre Mutter noch brauchen. Stattdessen werden sie jedoch von den Stuten weggerissen und traumatisiert zu den Pferdemärkten verfrachtet. Von dort werden viele brutal auf LKWs verladen und müssen oft tagelange Transporte zu den Großschlachthöfen in Süditalien mitmachen. In den stickigen Hängern ist es eng, nichts als Angstschweiß liegt in der Luft, nur selten gibt es ausreichend Wasser, die Fohlen sind teilweise verletzt und in Panik. Und am Ende warten der Maststall und letztlich immer der Tod im Akkordschlachthof.

    Quo Vadis Homo Sapiens ??????

    Online-Spenden unter: www.animal-spirit.at
    Spendenkonto Österreich: IBAN: AT82 6000 0000 7569 4953, BIC: OPSKATWW
    Spendenkonto Deutschland: IBAN: DE89 7109 0000 0000 2859 43 · BIC: GENODEF1BGL

  • Ein Landwirt und dessen peinlich-wichtigtuerische Gedankenakrobatik

    Wie "aufklärend", dank des Internets in einem ganz besonders "hoch-intelligenten" Artikel folgendes lesen zu können:

    Vegetarier und Veganer seien keineswegs die Avantgarde der Zivilisation, sondern die Vorboten einer neuen Barbarei und Menschenverachtung. So jedenfalls heisst es in einem über alle Maßen hohlköpfigen Artikel des Landwirts und Diplom-Sozialwissenschaftlers Klaus Alfs, die leider nicht selten als kläglicher Rechtfertigungsversuch für den persönlichen Fleischkonsum und die damit zusammenhängende Ideologie eines tierverachtenden Denkens und Handelns in den öffentlichen Medien kursieren und verbreitet werden. Welch ein beneidenswert "kluger" und "heller Kopf" dieser Landwirt und Sozialwissenschaftler doch ist, wenn er z. Bsp. aus sich heraustönt und in den Himmel posaunt, dass es für unsere Gesellschaft und Zivilisation alles andere als gut sei, sondern eher sehr schlimm wäre, wenn mehr und mehr Menschen auf die angebliche "Selbstinszenierung" von Veganern und Tierrechtlern hereinfallen würden.

    Und wehe all jenen Tierfreunden, die fleischliche Gaumenfreuden aufgrund der ihnen innewohnenden Moral und Ethik von ihrer Speisekarte verbannt haben und es daher wagen sollten, andere Menschen, die ohne schlechtes Gewissen in Steaks, Bouletten oder Bratwürste beißen, als rückständige Exemplare des Homo sapiens zu beargwöhnen, denn laut dieses herumpolternden Landwirts stinkt das angebliche "Eigenlob" all derer, die sich für eine vegetarisch/vegane Lebensweise entschieden haben, mächtig gewaltig in den Himmel. Was aber tatsächlich gewaltig in den Himmel stinkt, ist wohl eher der dumm-dreiste Versuch dieses Möchtegern-Moralisten, uns Tierfreunde in unserer Position als Veganer, Vegetarier, Tierschützer und Tierrechtler mit Adolf Hitler und seiner nationalsozialistischen Verbrecherbande in ein und denselben Topf werfen zu wollen und dementsprechend den heutigen Tierschutzgedanken und damaligen Nationalsozialismus als eine "innige Liebesbeziehung" zu definieren und zu bewerten.

    Aber lest selbst und macht euch Eure eigenen Gedanken darüber, was dieser "ehrenwerte" Herr Alfs auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes am 20.09. 2014 wie ein von Gott gesandter Prophet den Lesern seines "ruhmreichen" Artikels predigte und verkündigte:
    "Nationalsozialismus und Tierschutz – eine innige Liebesbeziehung"

    Nachfolgend zu diesem dummschwätzigen Artikel eines durch und durch speziesistisch verseuchten Sozialwissenschaftlers und tierverachtenden Schreiberlings noch ein sehr lesenswertes Statement von Herrn Ulrich Dittmann :

    Klaus Alfs, dem Autor dieses Beitrages, sollte für diese bemerkenswerten Gedankengänge der "Hitler-Vegetarier-Gedenk-Orden" verliehen werden!

    Klaus Alfs besingt hier mit vielen Beispielen (sehr richtig) ein hehres Loblied über die Tierschutzaktivitäten der Nationalsozialisten - schließt messerscharf danach aber wirre Schlüsse, und bestreitet schlicht "… dass sich die sittliche Qualität einer Gesellschaft daran messen lassen könne, wie pfleglich sie mit Tieren umgehe und wie stark deren rechtliche Stellung sei."

    Dass Menschen wie Tiere gleichermaßen leidensfähig sind und gleichermaßen ein Recht auf ein ihnen gemäßes Leben haben, Moral und Ethik sich nicht nach Belieben aufteilen lassen - dies findet in seinen Hirnwindungen keinen Platz.

    Es ist einfach perfide, lebensverachtend, Tierrechte gegen Menschenrechte schlicht rassistisch (speziesistisch) gegeneinander ausspielen zu wollen.

    Jeremy Bentham (1748-1832): “Wesentlich ist nicht die Zahl der Beine, die Behaarung oder Farbe der Haut. Ein erwachsenes Pferd oder ein erwachsener Hund sind weitaus verständiger als ein Kind, das einen Tag, eine Woche, oder sogar einen Monat alt ist. Doch selbst wenn das nicht so wäre, was würde das ändern? Die Frage ist nicht, können sie denken oder sprechen, sondern - können sie leiden?"

    Es ist berechnender Unfug in diesem Zusammenhang auf die in der Ferne hungernden Afrikaner hinzuweisen, denen mangels Ackerbau nichts anderes übrig bleibt, als Tiere zu halten und zu schlachten.

    Es geht hier und heute in Deutschland und Europa um den gigantischen Tierleichenverzehr, einer hier mit Fleisch schlicht überfressenen Menschenmasse. Fakt: Fleisch, das auf deinem Teller liegt, sich bald als Speckgürtel um deine Hüften schmiegt!

    Denn “Fleisch ist kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung .… Der Verzicht auf dieses Nahrungsmittel stellt keine unzumutbare Beschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten dar.” Diese weisen Erkenntnisse stammen nicht etwa aus einem Vegetarierhandbuch. Sondern, man höre und staune - es sind Zitate, die im Zusammenhang mit dem (nach hier importierten) grauenvollen betäubungslosen Schächten von Tieren, schwarz auf weiß in den Urteilsbegründungen des Oberverwaltungsgerichts Hamburg und dem Bundesverwaltungsgericht Berlin nachzulesen sind. ( Hamburger Oberverwaltungsgericht Az. OVG Bf III 42/90 vom 14.09.92 und Bundesverwaltungsgericht Berlin Az. 3 C 31 ) Hochrichterlich wird hier bestätigt was Mediziner, ernährungsbewusste Bürger und Tierfreunde schon lange wissen: Fleischessen ist absolut unnötig. Im Gegenteil, es ist maßgeblich verantwortlich für viele Krankheiten: Fettsucht mit infolge Kreislaufproblemen, Bluthochdruck, Schlaganfällen, Herzinfarkten, Diabetes, hohe Harnsäurewerte, Arthritis, Gicht, usw., usw.

    "Fast alle Nazi-Größen sympathisierten mit dem Vegetarismus" schreibt Alfs weiter. Suggeriert er so nicht, dass alle ernsthaften Tierfreunde und Vegetarier unter den Verdacht geraten, mit Nazi-Größen zu sympathisieren?
    Es bedarf so wohl einiger gut gemeinter Warnungen, damit unbedarfte Michel-Bürger, nicht irgendwann in diesen grauenhaften Verdacht geraten "rechts" zu stehen, oder gar der Hitlerverehrung zu huldigen, weil sie "tierfreundlich" sind. Denn überall lauert die Gefahr sich als “rassistisch”, oder “Rechter” zu outen.

    Also: Vegetarier müssen grundsätzlich ein schlechtes Gewissen haben; denn wie bekannt war Hitler dieser gesunden Ernährungsform (für Mensch und Tier!) sehr zugetan. Zudem jeder Halter eines Schäferhundes. Man erkennt sofort die Problematik, denn auch hier besteht ein fürchterlicher Verdachtsmoment: Erinnert wird nur an ein liebes, unschuldiges Tier dieser absolut “reindeutschen” Rasse namens “Blondi”, das sich zeitweise an der Seite des “Führers” aufhielt. Also: Am besten Mischlinge aus dem Tierheim im Haushalt aufnehmen, oder unverdächtige ausländische Rassen. Doch auch hier dräut mittlerweile Ungemach. Bullterrier z.B. aus England, früher ein untrügliches Indiz fortschrittlichen Multi-Kulti-Denkens, kommen nun auch nicht mehr in Frage, da unsere politischen Koryphäen der Unfähigkeit und gleichgeschaltete Medienhetze diese harmlosen Familienhunde – mit nun wirklich schlicht rassistischer Denke – pauschal zu bösartigen “Kampfhunden” abgestempelt haben. Vieles gilt es zu hinterfragen, da man praktisch überall als argloser Bürger im Alltag ins “Fettnäpfchen” tappen kann.
     
    Es sei beispielhaft in einem Satz nur folgendes – an sich harmloses - Szenario angeführt:
    Ein Mann aus Hamburg, gewandet in einem braunen Anzug und gepflegtem kleinen Schnurrbart auf der Oberlippe, fährt mit seinem alten VW-Käfer mit dem Kfz-Kennzeichnen HH friedlich auf der rechten Seite der Autobahn. Blinkt beim Überholvorgang "links", dann beim Einscheren unerhörter Weise aber auch "rechts". Im Handschuhfach liegt ein Buch von Thilo Sarrazin, oder noch schrecklicher, das aktuelle Werk „Deutschland von Sinnen“ des Autors Akif Pirinçci. Und auf dem Rücksitz lümmelt zudem noch ein reinrassiger Schäferhund.

    Man sieht: Die Gefahr sich latenter “Hitlerverehrung” schuldig zu machen oder als Anhänger böser “Rechter” entlarvt zu werden, lauert überall. Natürlich besonders in der Tierschutzszene herrscht “Fremdenhass” pur!? Darf man so eigentlich gegen das Vogelmorden in Italien, gegen Stierkämpfe in Spanien protestieren – oder als Gipfel gelebten “Ausländerhasses”, am betäubungslosen Schächten Kritik äußern, bei dem die Tiere bei lebendigem Leib in ihrem Blut und Erbrochenem unter dem Messer von Muslimen und Juden qualvoll verröcheln? All das gilt es zu hinterfragen.
    In diesem Zusammenhang noch ein wichtiger Tipp am Rande: Bei Tierschutz-Demos und Mahnwachen gegen Tierquälereien, grundsätzlich nur Kerzen verwenden. Die finden wohlgefällige Zustimmung, erinnern diese doch positiv an Lichterketten, von guten Menschen initiiert um gegen “Böses” (u.a. also auch gegen Rechte) zu demonstrieren. Niemals “verräterische" Fackeln anzünden!

    Die Gefahr anzuecken, ist leider selbst bei harmlosen gut gemeinten Aktivitäten gewaltig. Immer muss man wachsam im Hinterkopf haben: Entspricht das alles noch “Political-Corecctness-Vorgaben”, was ich sage und tue?

    Soll man über all das nun lachen oder weinen? Wohl eher letzteres, als Ureinwohner, in diesem gut abgerichteten Brav-Michel-Land – in dem der Gesinnungspolizei Hoheitsrechte eingeräumt werden und dem Bürger die „richtige“ politische Meinung praktisch mit dem Vorschlaghammer eingebläut wird.
    Selbst die glatt gebügelte AfD - der nur EU-Skepsis unterstellt werden kann – auch sie wird vom Möchte-gern-Gutmenschen mit selbst aufgesetztem Heiligenschein unter Generalverdacht gestellt, als Sammelbecken ruchloser „Rechter“ zu fungieren. So fühlen sich selbst schlichte, wertkonservative Bürger, die ihre Interessen im linken Spektrum nicht vertreten fühlen, in einem Einheitsbrei verdammenswerter „Nazis“ verrührt und verkocht. Man konfrontiert Anhänger "rechter" Parteien wie REP, Pro Deutschland etc. inflationär mit inquisitorischen Fragen, als seien es rechtskräftig verurteile Kinderschänder und diskriminiert solche immerhin demokratisch legitimierte Parteien auf übelste Art und Weise.

    Hitler ist ohne Zweifel tot. Doch manche mögen das wohl nicht so recht glauben. Es ist bemerkenswert wie viel (Steuer)Gelder unsere Staatsorgane verprassen und die Presse Zeit aufwendet, um doch noch irgendwo einige der “bösen Rechten” - die dann nach eindressiertem Muster ritualmäßig zu “Rechtsextremen” oder “Nazis” mutieren - aufzutreiben, um sie schliesslich auf den glühenden Kohlen der politischen Korrektheit rösten zu können.

    Wo es eine “Mitte” gibt, gibt es zwangsläufig auch ein “links” oder “rechts” - und keine politische Einstellung muss per se gut oder schlecht sein. Wer weit rechts steht, für den ist bereits die CDU ein “linker Haufen”. Umgekehrt sieht mancher Linksextreme bereits die SPD im Sumpf des Rechtsradikalismus versinken. Der Standpunkt macht eben die Sichtweise aus. Selbstredend ist Distanzierung von jeglichen extremistischen, gewalttätigen Gruppierungen unabdingbar - denn für die Opfer ist es gewisslich nebenrangig, ob ihnen von linken, rechten oder religiösen Radikalen und Fanatikern und dem in ihrem Dunstkreis marodierenden Pöbel die Zähne eingeschlagen werden.

    Nur wenn jeder Bürger sich - dem Grundgesetz (Art.3) gemäß - frei versammeln und ohne gepiesackt zu werden, politisch frei artikulieren und positionieren darf, kann man von Demokratie sprechen. Wenn dem nicht so ist - eine vorgegebene Meinungsdiktatur und Gesinnungszensur herrscht - ist es nur eine Scheindemokratie, die im Würgegriff von Global-Lobbyisten,  EU-Fetischisten, TEuro-Masochisten und Multi-Kuli-Phantasten - und einer eindressierten “politischen Korrektheit“ verröchelt. Von der Masse der Ureinwohner ist in dieser Sache jedoch nur verängstigtes, schlicht ein „brüllendes Schweigen“ zu vernehmen. Leider.
    Doch: Wir sind der Souverän - wir sind das Volk. Vox populi, vox dei! Volkes Stimme ist Gottes Stimme! Machen wir dieses, unser Recht, endlich geltend!

    Lassen vor allem wir Tierfreunde oder Tierrechtler uns nicht von solchen peinlich-wichtigtuerischen Gedankenakrobaten, wie Klaus Alfs, irritieren, die dienstbeflissen der Tiernutzer- und Fleischindustrie nach dem Munde reden.

    Ulrich Dittmann

  • Wieviel Wahrheit vertragen die Menschen?

    Unter dem Motto „Wie viel Wahrheit verträgst du“ zahlt der 49-jährige Martin Weinmann jedem Besucher, der sich am 3. Oktober um 18.30 Uhr im Cinecittà die Dokumentation „Earthlings“  anschaut, zehn Euro.

    Hier ein Interview mit dem Vegetarier Martin Weinmann, welches www.nordbayern.de mit ihm führte:

    Wie kommt ein Discobetreiber dazu, sich mit solch einem Filmprojekt aktiv für den Tierschutz zu engagieren?

    Martin Weinmann: Ich will die Leute zum Nachdenken anregen. Seit 14 Jahren bin ich Vegetarier. Auslöser dafür war damals ein Bild in der Zeitung, auf dem eine Kuh auf dem Weg zum Schlachthof aus einem Tiertransporter geflüchtet war und Männer mit Gewehren versuchten, sie aufzuhalten. Dieses Bild hat mich als Tierliebhaber sehr berührt. So fing ich an, über meinen Fleischkonsum und das Thema Ernährung nachzudenken. Seitdem esse ich kein Fleisch mehr — das ist gut für die Tiere und für mich. Jetzt kam ich wieder mit dem Thema in Berührung: Vor rund elf Wochen stieß ich im Netz auf einige bedenkliche Studien zum Thema Milch und fast zeitgleich bei Facebook auf das Hamburger „Earthlings“-Projekt. Nachdem ich den Film gesehen hatte, war mir klar, das der Genuss von Milchprodukten nicht zu rechtfertigen ist, und ich aktiv für die Aufklärung tätig werden möchte. Meine Konsequenz daraus ist der vegane Lebensstil.

    Was hat Sie bei der vielfach ausgezeichneten Doku besonders berührt?

    Weinmann: Ein Teil des Film dokumentiert in sehr eindringlichen Bildern die Massentierhaltung in unserer Gesellschaft. Besonders erschreckt haben mich die Haltungsbedingungen der Tiere und das „Fließbandtöten“ in den Schlachthöfen.

    „Earthlings“ ist 2005 in den USA produziert worden. Sind die Zustände auf Europa übertragbar?

    Weinmann: Natürlich — und auch auf das Jahr 2014. Die Thematik ist nach wie vor aktuell, eher hat sie sich noch verschärft.

    Nach Hamburger Vorbild haben Sie nun einen Kinosaal gemietet und bezahlen die Gäste für den Filmbesuch. Glauben Sie, dass Ihre Rechnung aufgehen wird?

    Weinmann: Mein Angebot steht: Jeder bekommt auf Wunsch seinen Eintritt zurück plus zehn Euro. In Hamburg wurde das gesetzte Ziel erreicht; der Veranstalter ist bei null rausgekommen, da nur die Hälfte der Besucher das Angebot tatsächlich wahrgenommen hat. Ich bin zuversichtlich, dass es in Nürnberg ähnlich läuft. Andernfalls zahle ich den Fehlbetrag aus eigener Tasche, das ist es mir wert. Denn: Jeder sollte sich über die Konsequenzen im Klaren sein, die das ständig steigende Verlangen von billigen Tierprodukten mit sich bringt. Es liegt natürlich im Interesse der Fleisch- und Milchlobby, die Menschen uninformiert zu lassen, dem möchte ich entgegenwirken. Weitere Vorstellungen in anderen Städten in Kooperation mit dem Tierschutzverein Animals’ Liberty, der auch in Nürnberg dabei ist, sind geplant.

    Zu guter Letzt: Wenn Sie die Welt ein bisschen besser machen könnten, was würden Sie sich wünschen?

    Weinmann: Dass jedem bewusst wird, dass Tiere — genau wie wir Menschen — Lebewesen sind, die Freude, Schmerz, Glück und Unglück empfinden können und ein Recht auf Leben haben.

    Quelle: www.nordbayern.de

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    "Wir befinden uns mitten in einer Periode des großen Artensterbens,
    dennoch sind die meisten Menschen blind dafür.
    Sie sind so beschäftigt mit ihrem trivialen Zirkus,
    den anthropozentrischen Zeitvertreiben, Sport,
    Kunst, Klatsch, Politik, Wein, Essen und Unterhaltung.
    Die Menschen fiedeln, während die Erde brennt."
    Captain Paul Watson

    "An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es
    begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert."
    Erich Kästner

  • Tierausbeutung und Massenmord sollten nicht "verbessert", sondern abgeschafft werden!

    Nachdenkenswertes zum Wochenbeginn :

    Wie "grossartig": Sogenannte "Tierwohl-Initiativen" sprießen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden, mit denen Politik und Wirtschaft die erbärmlichen Lebens - und Haltungsbedingungen sogenannter "Nutztiere" in der Massentierhaltung zu verbessern bemüht sind. So auch die nunmehr von Landwirtschaftsminister Schmidt ins Leben gerufene Initiative "Eine Frage der Haltung - Neue Wege für mehr Tierwohl", die unter einigen anderen minimalen Reförmchen auch an die Tiermäster appelliert, auf zunächst freiwilliger Basis ab Januar 2015 auf das Kürzen der Schwänze bei Mastschweinen oder der Schnäbel von Legehennen zu verzichten.

    Aber ist das Leid und Elend der versklavten und hemmungslos ausgebeuteten Tiere in der industrialisierten Massentierhaltung und der damit in Zusammenhang stehende immense Fleischkonsum der Menschen etwa nur "eine Frage der Tierhaltung", wie Landwirtschaftminister Schmidt seine "glorreiche" Initiative zu bezeichnen pflegt? Ist sie stattdessen nicht viel eher und vordergründiger eine Frage unserer Moral und Ethik, eine Frage unserer Vernunft, unseres Mitgefühls und Verantwortungsbewusstseins?

    Kann dem "Wohl" der "Nutztiere" in der Massentierhaltung trotz notwendiger und begrüßenswerter Verbesserungen überhaupt insofern entsprochen werden, dass sich Politiker in Kooperation mit der Tierausbeutungsindustrie hinterher auf ihre Schulter klopfen und uns lauthals verkünden: "Seht her, was wir erreicht und bewirkt haben, denn nun endlich führen unsere Schlachttiere ein wunderbar glückliches und weniger elendiges und qualvolles Leben!" ???

    Die Frage angesichts derartiger Nebelkerzen-Manöver ist und bleibt immer jene:
    Sollten wir eine sehr, sehr fragwürdige "Humanisierung" der Tierausbeutung fordern oder besser deren Abschaffung und damit den Veganismus?

    Hierzu meint Dr. Ernst Walter Henrich:
    Eine Verbesserung des Systems zu fordern, bedeutet, dieses System weiter zu legitimieren und damit zu zementieren. Denn die Forderung nach einer "Humanisierung" bzw. Verbesserung des Systems aus dem Munde von Tierschützern erweckt bei der Bevölkerung den verheerenden Eindruck, dass dieses System grundsätzlich moralisch in Ordnung sei, wenn man es nur verbessern würde. Moralisch zulässig ist aber nur die Forderung nach dem ethisch Richtigen, also die Beendigung der Verbrechen, aber nicht die Forderung nach der Verbesserung bzw. Humanisierung der Verbrechen.

    Wäre es nicht kurios, wenn man bei Verbrechen an Menschen wie Gewalt, Körperverletzung, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Kindesentführung und Mord nur eine Humanisierung dieser Verbrechen statt deren Beendigung fordern würde? Jedoch Gewalt, Körperverletzung, Vergewaltigung und Kindesentführung (bei Milchkühen), sowie Kindesmissbrauch und Mord sind bekanntlich das Tagesgeschäft in der Tierindustrie.

    Und deswegen sind Tierausbeutung und Massenmord nicht zu "verbessern", sondern sofort abzuschaffen!
    Nachfolgender Artikel zeigt die bekannte Strategie der Politik, die Verbraucher für dumm zu verkaufen, damit diese weiterhin mit gutem Gewissen Tierqualprodukte konsumieren und die Parteifreunde aus der Tierindustrie weiter blutigen Profit einfahren können.
    Selbst wenn die Situation der Tiere verbessert werden könnte, was definitiv nicht möglich ist, ist und bleibt dieses System der gigantischen Tierausbeutung für täglich 6.000 - 43.000 verhungernde Kinder und den Klimawandel verantwortlich.

    Zum Artikel: "Kampf gegen Schreddern von 45 Millionen Küken"

  • Ein Blick auf die 36-stündige Mahnwache am Münchner Schlachthof vom 22.bis 23.9 2014

    Eindrücke von Daniela Böhm über diese 36-stündige Mahnwache am Münchner Schlachthof:

    "Sie war für mich viel schwerer als die Mahnwache im Juli, aus verschiedenen Gründen. Einer dieser Gründe war auch das "Niveau" der von Passanten abgegebenen Kommentare und höhnischen Bemerkungen, die Ignoranz von Passanten, was sicher auch am Oktoberfest lag, von hämisch bis abfällig über böse und gemein:
    "Gehen Sie doch nach Südamerika, da werden auch Ochsen geschlachtet".
    "Metzger sind gefühlvolle Menschen, Sie haben wohl noch nie einen Metzger als Partner gehabt?"
    "Habt ihr nix Besseres zu tun? Geht lieber arbeiten" etc …

    Das Schlimmste und der für mich verletzendste Kommentar aber kam ganz zum Schluss: als ich die Kerzen an dem Platz bei der Mauer, hinter dem die Todesschleuse und der Entladeplatz für die Rinder ist, aufräumen wollte, kam eine Frau vom Oktoberfest (offensichtlich) mit ihrem Mann vorbei, sah das Bild, das ich eigens für das Oktoberfest gemacht hatte (Für Max und all die andern…) und sagte: "Gut hat er geschmeckt, der Max" – es war ein Schlag ins Gesicht und ein Stoß mitten ins Herz – nach diesen zwei Tagen, nach all den Blicken der Rinder, die ich immer wieder von Weitem um die Ecke im Schlachthof gesehen hatte, wie sie in dieser Schleuse standen, meiner Hilflosigkeit und Verzweiflung, meiner Machtlosigkeit und Ohnmacht, all die Transporter, auch Nachts mit den Schweinen (die Schweine werden tief in der Nacht geschlachtet, die Rinder vom Morgen an bis späten Mittag)
    Ich bin dieser Frau nachgerannt und habe sie angeschrien, wie sie nur so herzlos, kalt und gefühllos sein kann …

    Am Mittag war ein jüngerer Metzger aus dem Schlachthof zu uns gekommen und hatte gefragt, was wir da machen. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber er sagte, dass er das gut findet und auf meine Frage, ob ihm die Tiere nicht leid täten, meinte er, am Anfang seiner Arbeit schon, doch das hätte sich verloren im Laufe der Zeit. Danach sah er sich alle Bilder genau an, er war ganz ruhig und nachdenklich dabei … Fast alle von dort (also mit denen wir gesprochen haben) sind übrigens der Meinung, dass die Massenfleischproduktion eine Katastrophe ist und abgeschafft gehört. Auch als er sich verabschiedete, meinte er nochmals, dass er unsere Mahnwache gut findet. Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal schreiben würde, dass ein bestimmter Metzger offensichtlich über etwas mehr Mitgefühl verfügt, als eine "normale" Frau …"

    Eil-Appell: das größte Schlachtfest der Welt stoppen!

    In zwei Monaten soll in Nepal das größte »Tieropferfest« der Welt stattfinden. 500.000 Tiere sollen bei diesem Opferfest – teils mit mehreren Hieben – enthauptet werden. Auch die sonstigen Umstände wie Transport und Haltung können nur als grauenhaft bezeichnet werden.

    Bitte unterzeichne daher auch Du den Appell der Albert-Schweitzer-Stiftung an die nepalesische Regierung, diese Grausamkeiten zu unterbinden!

    Petition E

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