Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh.

Wer kennt es nicht, dieses bekannte Kinderlied von Gustav Eskuche?
Doch gerade dem Wassertier Ente fehlt in den Mastbetrieben oft das lebenswichtige Wasser, in welches sie ihr Köpfchen tauchen könnten.

Dem Arbeitskreis humaner Tierschutz wurde kürzlich Bildmaterial aus diversen deutschen
Entenmastbetrieben zugespielt.
Diese Aufnahmen zeigen einen ungeschönten Einblick in die industrielle Massentierhaltung.

Zigtausend Enten werden in eine Halle gepfercht, kein Tageslicht, kein Auslauf, zu fressen gibt es nur eine Mischung aus Medikamenten und Kraftfutter. Tote Tiere wurden zum Teil tagelang zwischen ihren Artgenossen liegengelassen.

Nach nur 5 Wochen Mast geht’s für die Tiere zum Schlachthof. Eine umfangreiche Recherche vom Arbeitskreis Humaner Tierschutz e.V. ergab, das dies offensichtlich keine Einzelfälle sind. Auch stellten die Aktivisten fest, dass die Enten in den Mastanlagen noch nicht einmal die Möglichkeit haben, ihren Schnabel zu reinigen. Eine Tatsache, die für diese Tiere lebenswichtig ist, denn ein verklebter Schnabel schnürt den empfindlichen Enten buchstäblich die Luft zum Atmen ab.

Foto:
Innerhalb von nur 5 Wochen
werden die Enten auf ein
Schlachtgewicht von 3,5 Kg
gemästet.

Die Suche nach glücklichen Enten verlief somit erfolglos. Es ging während dieser Suche quer durch Deutschland, doch eine Veränderung oder gar eine Verbesserung der Entenhaltung konnte nicht festgestellt werden.
Auch die Politik scheint die Ernsthaftigkeit des Themas nicht zu begreifen.

 

Hinzu kommt, dass eine Haltungsverordnung für Mastenten längst überfällig ist, und so wird es vermutlich noch weitere Jahre dauern, bevor wir endlich sagen können: "Alle meine Entchen schwimmen auf dem See, Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh."
In gängigen Intensivmastbetrieben wird den Enten lediglich Trinkwasser in so genannten Nippeltränken zur Verfügung gestellt. Badewasser ist nicht vorhanden. Da Enten zum Wassergeflügel zählen, führt der Entzug von offenen Wasserflächen in der Mast zu starken Einschränkungen des arteigenen Verhaltens (Trinken, Seihen, Gründeln, Badeverhalten) und zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen, wie z.B. Schnabel - und Augenverkleben, schlechter Gefiederzustand, gestörtes Wohlbefinden.

Quelle: Arbeitskreis Humaner Tierschutz e.V.